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Schwerin : Prozess wegen Drogen und Sprengstofflager

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zum Prozessauftakt gestand der Angeklagte, auf einer Plantage mehr als 200 Cannabis-Pflanzen gezogen zu haben

Mit einer Cannabis-Plantage wollte sich ein Mann aus Nordwestmecklenburg eine Weltreise finanzieren. Seit gestern muss sich der Mann vor dem Landgericht Schwerin wegen Drogenhandels und unbefugten Waffenbesitzes verantworten. Denn außerdem hatte der 48-Jährige nach Angaben der Ermittler ein ganzes Waffenarsenal und 100 Kilogramm Sprengstoff auf seinem Anwesen in Neuhof bei Bobitz gelagert.

Zum Prozessauftakt gestand der gelernte Elektriker, auf einer Plantage mehr als 200 Cannabis-Pflanzen gezogen zu haben. Den in seinem Haus gefundenen Sprengstoff habe er gekauft, um Feuerwerkskörper herzustellen. Das sei sein Hobby. Mehrere Waffen habe er besessen, um Ratten, Füchse und Raubvögel von seiner Geflügelzucht fernzuhalten.

Bei einer Hausdurchsuchung im Februar waren bei dem Mann laut Anklage 271 Cannabispflanzen in einer professionellen Aufzuchtanlage sowie 2,25 Kilogramm abgepacktes Marihuana in einem Hundezwinger gefunden worden. 500 Gramm Marihuana für 1500 Euro habe er bereits verkauft gehabt, gab er zu. Den Käufer nannte er nicht.

Die Ermittler stellten drei Waffen und mindestens 500 Schuss Munition sicher. Außerdem fanden sie neun Kilogramm Schwarzpulvergemisch und rund 100 Kilogramm Substanzen, mit denen laut Staatsanwaltschaft Sprengstoff hergestellt werden kann. Am gefährlichsten sei ein Glas mit einem hochexplosivem Gemisch gewesen, das in der Küche in einem Gefrierschrank stand. Hätten Polizisten es nicht mit großer Vorsicht transportiert, „dann wäre das Haus weggeflogen“, sagte ein Staatsanwalt. Die Ermittler alarmierten den Munitionsbergungsdienst, der Sprengstoff und Schwarzpulvergemisch auf einem Acker kontrolliert zur Explosion brachte. Dabei wurde ein Beamter verletzt.

Der Angeklagte gab an, er sei Mitte 2016 in einer Sinnkrise gewesen und habe deshalb eine Weltreise unternehmen wollen. Da er mit dem Verkauf von Honig, Welpen, Gänsen und Enten nicht genug einnahm, habe er sich entschlossen, erneut für kurze Zeit Drogen anzubauen. Er war bereits 2014 wegen Drogenanbaus und illegalen Waffenbesitzes zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt war. Zudem zahlte er 100 000 Euro an die Staatskasse, was dem Wert seiner damaligen Einnahmen aus Drogengeschäften entsprach.

Die Beamten hatten das Anwesen Anfang Februar 2017 nach einem Hinweis aus der Bevölkerung durchsucht. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt.

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