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Finanzskandal : Prozess um Pleite der VS-Fonds beginnt

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Ein früherer Manager der Volkssolidarität muss sich vom 21. Oktober an wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 144 Fällen und Insolvenzverschleppung vor dem Landgericht Rostock verantworten.

svz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 07:35 Uhr

Rostock | Ein früherer Manager der Volkssolidarität muss sich vom 21. Oktober an wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 144 Fällen und Insolvenzverschleppung vor dem Landgericht Rostock verantworten.

Der heute 63-Jährige soll laut Anklage zusammen mit einem zweiten Manager der Verbände Mecklenburg Mitte und Bad Doberan/Rostock-Land Fonds initiiert haben, in die rund 1600 Menschen Teile ihres Vermögens gesteckt haben. In den Fonds, die "Volkssolidarität Sozial Immobilien GmbH und Co KG" und die "Volkssolidarität Sozial Immobilien GmbH", sollen von 2001 bsi 2009 rund 9,5 Millionen Euro versickert sein. Zunächst waren beide Männer angeklagt, der zweite Mann sei aber wegen Demenz nicht verhandlungsfähig, hatte das Gericht vor einem Jahr entschieden.

Ein Anwalt der Geschädigten hatte bei Einreichung mehrerer Zivilklagen von einem "Schneeballsystem" gesprochen, Auszahlungen seien mit neuen Einlagen finanziert worden. Laut Anklage sollen beide Männer gewusst haben, dass sich die Gesellschaft seit 2001 durch Misswirtschaft und Fehlinvestitionen in einer dauerhaften Krise befand. Trotzdem hätten sie mit Verweis auf angebliche Sicherheiten durch Immobilien weiter für den Fonds geworben.

Die Anklage war Anfang 2012 eingereicht worden. Die Krankheit des zweiten Angeklagten und die Bearbeitung anderer Großverfahren hätten den Prozessstart verzögert, so ein Gerichtssprecher.

Mitte Mai hatte eine Zivilkammer des Landgerichts den Kreisverband Bad-Doberan - Rostock Land zur Zahlung von 100 000 Euro Schadenersatz plus Zinsen verurteilt. Das Gericht ging davon aus, dass der Kreisverband von den Schwierigkeiten der Fonds wusste. Eine Mitarbeiterin habe trotzdem die Anlage des Klägers im Jahr 2007 ermöglicht. Drei weitere Klagen wurdenabgewiesen. Laut Verbraucherzentrale MV sind noch 60 bis 70 Zivilverfahren anhängig.

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