Prozess um Auftragsmord vertagt

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30. September 2015, 16:46 Uhr

20 Jahre nach den Taten wollte das Landgericht Schwerin gestern damit beginnen, die Hintergründe zweier Auftragsmorde weiter aufzuklären.

Der Prozess gegen einen 51-jährigen Angeklagten wurde gestern jedoch gleich nach Beginn unterbrochen. Steffen K. hält zwei der drei hauptamtlichen Richter für voreingenommen. Als sie 2013 in einem früheren Prozess einen der Täter verurteilten, belasteten die beiden Richter auch Steffen K., argumentierte dessen Verteidigerin. Sie stellte einen Befangenheitsantrag. Jetzt müssen andere Richter entscheiden, wer über Steffen K. zu Gericht sitzen darf. Wann das geschieht, ist noch nicht abzusehen.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin wirft Steffen K. Beihilfe zum versuchten Mord und Anstiftung zum versuchten Mord vor. Er soll in zwei spektakulären Fällen, die in der Region Schwerin und am Landgericht über Jahre für Furore sorgen, die Killer vermittelt und teilweise auch instruiert haben.

1995 heuerte ein Fahrlehrer in Plate im Scheidungskrieg mit seiner Ehefrau im zwielichtigen Milieu Schwerins einen Auftragsmörder an. Laut Anklage soll es Steffen K. gewesen sein, der für ihn die beiden Männer besorgte, die im Frühjahr 1996 auf die Frau schossen. Sie überlebte schwer verletzt. Der Fahrlehrer wurde 2002 zu 14 Jahren Haft verurteilt, seine mörderischen Handlanger zu lebenslang beziehungsweise sieben Jahren Gefängnis. Einer der beiden belastete vor einigen Jahren Steffen K. als angeblichen Mittelsmann.

Bereits im September 1995 ließ offenbar ein Schweriner Spielotheken-Besitzer auf einen Angestellten schießen, der möglicherweise Geschäftsgeheimnisse verraten wollte. Auch dieses Opfer überlebte.

Zwei potenzielle Täter sind längst ums Leben gekommen. Der Spielotheken-Besitzer ist nicht verhandlungsfähig. Nach einem Prozess, der sich über vier Jahre hinzog, wurde allerdings 2013 ein weiterer Mittäter zu neun Jahren Haft wegen gemeinschaftlichen Mordes verurteilt.  


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