Hund getötet : Prozess gegen Jäger verzögert sich

32dk3536

Ein Jäger erschießt einen angeblich wildernden Hund. Der Besitzer des Tieres zeigt ihn an. Im Prozess wird bekannt, dass der Jäger eine spezielle Erlaubnis für einen solchen Abschuss hatte. Anfang April soll ein Urteil fallen.

svz.de von
30. März 2016, 20:45 Uhr

Der Prozess gegen einen Jäger, der einen streunenden Hund illegal erschossen haben soll, verzögert sich weiter. Das Amtsgericht in Waren an der Müritz regte am Mittwoch nach Anhörung von Zeugen erneut an, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage einzustellen. Das befürwortete auch der Verteidiger des Angeklagten, aber die Staatsanwältin lehnte die Einstellung des Verfahrens ab.

Dem 60-jährigen Jäger wird Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen. Er hatte gestanden, den Hund im Juni 2015 bei Alt Schloen (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) erschossen zu haben, weil dieser gewildert habe. Der Prozess wird am 5. April fortgesetzt.

Der Angeklagte hat seit mehreren Jahren als Inhaber eines sogenannten Jagdbegehungsscheines die Erlaubnis der Pächter, in dem Gebiet zu jagen. Das beinhalte auch den Abschuss von wildernden Hunden und Katzen, erklärten die drei Jagdpächter vor Gericht. Es gebe mehrere Inhaber derartiger Scheine, unter denen der Jagdbezirk aufgeteilt sei. Zudem sei schon länger bekannt gewesen, dass auf den Feldern bei Alt Schloen immer wieder Hunde wildernd unterwegs waren. Meist seien sie von einem Urlauberhof gekommen, der rund 500 Meter entfernt sei.

Der erschossene Bärenhund soll zusammen mit einem weiteren Hund gewildert haben. Als er geschossen habe, habe der Bärenhund Reste eines toten Rehs im Maul gehabt, sagte der Jäger. Der Besitzer des Hofes wies diese Darstellung zurück. Die Hunde seien zwar öfter vom Hof gelaufen. Aber mit ihm habe nie ein Jäger darüber gesprochen.„Dann hätten wir das ja abgestellt“, sagte der Hofbetreiber, der den Jäger angezeigt hatte. Er habe sich einen neuen Hund zugelegt. Jetzt würden beide Hunde in Zwingern gehalten.

Am 5. April soll noch ein weiterer Jäger, der am 21. Juni bei der Jagd dabei war, als Zeuge gehört werden. Dann rechnet der Richter auch mit dem Ende des Verfahrens. Als Geldauflage bei einer Einstellung des Verfahrens hatte der Verteidiger 500 Euro ins Spiel gebracht, die an einen Naturschutzverein zu zahlen wären.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen