zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

23. Oktober 2017 | 19:20 Uhr

Rostock : Prozess: Eine tödliche Ohrfeige

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Fahrradfahrer wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Rostock vor Gericht

Vor dem Landgericht Rostock begann gestern der Prozess gegen Manfred H.(65), der der Körperverletzung mit Todesfolge beschuldigt wird. Der Angeklagte soll dem 85-jährigen Gunter R. nach einer kurzen Rempelei vom Fahrrad aus einen so kräftigen Schlag ins Gesicht versetzt haben, dass dieser stürzte und am 23. Mai 2013 an den Folgen des Sturzes verstarb.

„Ich war auf dem Weg zu meinem Hausarzt und sah, wie ein Radfahrer in der Warnowallee einen Opa mit einem Faustschlag niederstreckte“, berichtete gestern Zeuge Fritz D.(75). „Du hast ihn totgeschlagen“, hätte er dem Radfahrer zugerufen, aber der sei weggefahren. „Ich lief in die Apotheke und rief den Notarzt“, sagte der Zeuge. Der kam erst nach 20 Minuten.

„Ich war erschrocken und wütend“, sagt Manfred H. Der alte Mann sei schräg von vorn auf ihn zugekommen, hätte den Ellenbogen ausgestreckt und seinen Fahrradlenker berührt, so dass es ihm den aus der Hand riss. Er sei gegen die Scheibe eines Wartehäuschen gefallen. „,Sind sie verrückt‘, schrie ich und schlug ihm mit der linken Rückhand ins Gesicht. Der Mann sei lang nach hinten gekippt. Als einer brüllte: „Der Mann ist ein Mörder“, hätte er Panik bekommen. Eine Frau hätte gefragt, ob er sich nicht um den Mann kümmern wolle? Er sei aber schnell weggefahren, als er sah, dass sich Passanten um den am Boden Liegenden bemühten. „Es tut mir wirklich leid, was passiert ist“, sagte er. „Wenn ich alles zurückdrehen könnte, würde ich das machen.“

Er wäre später zurück zur Warnowallee gegangen. Aber dort sei nichts mehr zu sehen gewesen. „Ich hätte gleich zur Polizei gehen müssen“, sieht er jetzt ein. „Ich muss immer daran denken und kann keine Nacht mehr ruhig schlafen".
Gunter R. schlug mit dem Hinterkopf ungebremst auf das Pflaster auf. Er erlitt schwere Schädelbrüche. Zwei Tage nach dem Sturz verstarb er. Der Prozess wird mit zahlreichen Zeugenbefragungen heute fortgesetzt.

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen