Landesfrauenrat MV : Protest mit Postkartenaktion

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Landesfrauenrat MV will sich vor der Bundestagswahl Gehör verschaffen

svz.de von
05. Mai 2017, 05:00 Uhr

Der Landesfrauenrat hat vor den Bundestagswahl im September ein aktives Bekenntnis der Parteien zur Gleichstellung von Frauen und Männern gefordert. Dazu gehöre insbesondere die flächendeckende Schaffung einer sozialen Infrastruktur für die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben. Ziel müsse es sein, neben der beruflichen Tätigkeit beispielsweise Kinderbetreuung, Pflege oder auch Ehrenamt gewährleisten zu können, hieß es gestern bei der Delegiertenkonferenz des Rates in Güstrow mit etwa 50 Teilnehmern. Es gehe auch um die Abschaffung des Ehegattensplittings oder die Sicherung der eigenständigen Existenzsicherung für Frauen im Alter. „Frauen verfügen durchschnittlich nur über 40 Prozent der Alterseinkünfte von Männern“, hieß es. Der Rat forderte auch, dass pflegende Angehörige, egal ob Frauen oder Männer, entlastet werden müssten. Der Katalog mit 13 Forderungen werde allen bei der Bundestagswahl antretenden Kandidaten per Postkarten zugesandt.

Zusätzlich möchte der Landesfrauenrat mit einem Positionspapier ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antifeminismus setzen, sagte Landesgeschäftsführerin Claudia Kajatin. Hintergrund sei, dass immer öfter Forderungen nach reaktionären Frauen- und Familienbildern erhoben, Minderheiten in Frage gestellt und somit gleichstellungspolitische Positionen angegriffen werden.

„Lange Zeit schien es so, als ginge es mit der Gleichberechtigung stetig bergauf“, sagte Gleichstellungsministerin Stefanie Drese (SPD). Nun ziehe manchmal die Forderung nach gleichen Rechten und gleichen Chancen für Frauen und Männer Hass auf sich, vor allem in den sozialen Medien. Nicht nur US-Präsident Trump habe sich mehrmals offen frauenfeindlich geäußert. „Lassen wir uns nicht von Männern von gestern vorschreiben, was wir heute zu tun und zu lassen haben“, betonte Drese.

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