Prozess in Rostock : Prostituierte beraubt: Haft und Bewährung für Täter

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Im Februar überfielen drei Männer eine Prostituierte in ihrer Wohnung, bedrohten sie und raubten sie aus. Nun wurden sie verurteilt.

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03. November 2017, 21:00 Uhr

Das Landgericht Rostock hat drei Männer wegen gemeinschaftlichen schweren Raub an einer Prostituierten zu Haft- und Jugendstrafen verurteilt. Ein 30-jähriger Hauptangeklagter muss für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis, zwei 19 und 20 Jahre alte Männer verurteilten die Richter zu jeweils einem Jahr und sechs Monaten Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Nach Auffassung des Gerichts hatten die drei im Februar eine ungarische Prostituierte in ihrer Rostocker Wohnung überfallen und einen Ring, ein Handy sowie Bargeld im Gesamtwert von 2890 Euro erbeutet. Der Älteste hatte die Frau dabei mit einem Messer bedroht, während die beiden Jüngeren einen anwesenden Mann in einem Nebenraum einsperrten, hieß es in der Urteilsverkündung. Bei dem Mann soll es sich um den Verlobten der Frau gehandelt haben.

Die nun Verurteilten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Der Anwalt des Hauptbeschuldigten hatte in seinem Plädoyer am Vormittag die Ermittlungsführung der Polizei und Widersprüche in der Aussage des Opfers kritisiert. Da es keine objektiven Beweise gegeben habe, hatte er einen Freispruch gefordert. Die Verteidiger der beiden jüngeren Verurteilten hatten ebenfalls auf Freispruch oder ersatzweise Jugendstrafen plädiert. Die jungen Männer müssen im Rahmen ihrer dreijährigen Bewährung jeweils 200 Stunden soziale Arbeit leisten. Die Kosten des Verfahrens sowie die Rückzahlung des Beutewerts muss der Hauptangeklagte leisten.

Die Staatsanwaltschaft hatte für alle drei höhere Strafen von achteinhalb Jahren für den Ältesten und jeweils zweieinhalb Jahren Gefängnis für die Jüngeren gefordert. Gegen das Urteil kann binnen einer Woche Revision eingelegt werden.

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