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Mecklenburg-Vorpommern

22. August 2017 | 20:47 Uhr

Studie : Problemzone Rücken

vom
Aus der Onlineredaktion

Bundesweit hat die Zahl an OPs stark zugenommen. MV eher unauffällig – aber mit Unterschieden

Die Mecklenburger und Vorpommern kommen wegen Rückenschmerzen im Bundesvergleich seltener ins Krankenhaus als die Menschen in anderen Ländern. Im Nordosten sind es 574,8 pro 100 000 Einwohner, im Bundesdurchschnitt 700,6 pro 100 000 Einwohner, wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergab. Sie untersuchte bundesweit die Zahl der Behandlungsfälle, Krankenhausaufenthalte sowie ausgewählte operative Eingriffe. Alters- und geschlechtsspezifische Faktoren seien herausgerechnet worden.

Deutschlandweit sei die Zahl der Operationen aufgrund von Rückenbeschwerden zwischen 2007 und 2015 stark angestiegen (Steigerung um 71 Prozent auf 772 000 Eingriffe). Auffallend seien starke regionale Häufungen, die nicht mit medizinischen Notwendigkeiten erklärt werden könnten, sondern auf fehlende einheitliche Leitlinien für Ärzte hindeuteten, hieß es. „Die Entscheidung für einen operativen Eingriff darf jedoch nicht aufgrund von individuellen Vorlieben der ortsansässigen Ärzte fallen“, sagte Eckhard Volbracht, Gesundheitsexperte der Stiftung.

Bei den Operationen im Nordosten zeigte sich den Daten zufolge kein einheitliches Bild. Eklatant ist eine Zunahme von Dekompressions-OPs am Spinalkanal: Im Landesschnitt sei deren Zahl zwischen 2007 und 2015 um gut 169 Prozent gestiegen (Bundesschnitt: 92,4 Prozent). Am geringsten fiel die Steigerung demnach in Schwerin aus (70,3 Prozent), in allen anderen Kreisen lag sie über dem Bundesschnitt. Den größten Zuwachs verzeichnete der Landkreis Rostock (319,4 Prozent). In absoluten Zahlen liege das Land bei den Dekompressions-OPs mit 122,6 Eingriffen auf 100 000 Einwohner aber noch unter Bundesschnitt (154,7 Eingriffe auf 100 000 Einwohner).

Bei Versteifungen von Wirbelkörpern zeigte sich eine Ost-West-Teilung. Während 2014 und 2015 in Rostock, Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und der Mecklenburgischen Seenplatte häufiger als im Landes- (108,5) und Bundesdurchschnitt (101,7) versteift wurde, würde dies in den restlichen Kreisen unterdurchschnittlich häufig vollzogen. Am seltensten wurden die Einwohner der Landeshauptstadt operiert. An den Bandscheiben wurden 2014 und 2015 im Schnitt 215,3 Menschen pro 100 000 Einwohner operiert (Bund: 199,4). Heraus sticht die Seenplatte mit 275,9 Eingriffen. Am seltensten wurde mit nur 128 Eingriffen in Schwerin operiert.

Die Bertelsmann-Stiftung fordert die Entwicklung von Leitlinien. Ärzte sollten die Patienten verständlich über Nutzen und Risiken von Therapien informieren und unabhängig von finanziellen Interessen entscheiden.

 

Operationen nach Bundesländern

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erstellt am 20.Jun.2017 | 05:00 Uhr

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