Arbeitsmarkt : Probleme bei der Ferienjob-Suche

Geld verdienen statt Chillen? Die freie Zeit im Sommer wird gerne auch für Ferienjobs genutzt.
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Geld verdienen statt Chillen? Die freie Zeit im Sommer wird gerne auch für Ferienjobs genutzt.

Da zu wenig Stellen bei den Jobbörsen gemeldet werden, ist es für interessierte Schüler schwierig, etwas zu finden.

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30. Juli 2015, 11:45 Uhr

Sommerferien. Das bedeutet sechs Wochen frei. Kein Unterricht, kein Lernen für die Schule und viel freie Zeit. Diese kann auch dazu genutzt werden, um sich das Taschengeld aufzubessern: mit einem Ferienjob. Doch einen solchen zu finden, ist mitunter nicht ganz einfach. In den Job-Börsen der Arbeitsagenturen können Schüler und Studenten aus MV nach angebotenen Ferienjobs suchen. Freie Stellen, die den Agenturen gemeldet werden, können auf diese Weise vermittelt werden. Doch leider würden bisher nur wenige Betriebe ihre freien Kapazitäten melden, weiß Anne Ebbecke von der Agentur für Arbeit in Schwerin. „Wir freuen uns über jede Stelle, die bei uns gemeldet wird“, sagt sie weiter.

Gerade im Bereich Westmecklenburg gebe es in jedem Jahr viele potenzielle Ferienjobber, die sich an die Arbeitsagenturen wenden, aber nur wenige gemeldete offene Stellen. In diesem Jahr konnte daher zum Beispiel in der Landeshauptstadt bisher kein Job vermittelt werden, wie Anne Ebbecke deutlich macht. Dabei werde Betrieben, Verwaltungen oder Privatleuten mit kurzfristigem Personalbedarf von den Job-Vermittlern weitergeholfen und auch generelle Fragen zur Vergütung, Arbeitszeiten oder Versicherungsschutz beantwortet.

Aktuell sind auf der Internetseite www.jobboerse.arbeitsagentur.de nur vier Ferienjob-Angebote in Mecklenburg-Vorpommern aufgelistet. Freie Stellen werden auch jetzt noch gern angenommen, da die Sommerferien noch bis zum 29. August gehen. Etwas besser sieht die Situation laut Arbeitsagentur in Rostock aus. Das hänge auch damit zusammen, dass es dort generell Studentenjobs gebe, die auch für Schüler ab 18 Jahren infrage kommen.

Natürlich können Schüler sich auch selbst auf die Suche nach einem Sommerjob machen. So können sie bei Geschäften oder Betrieben nach einem Ferienjob fragen. Oder im Gaststättengewerbe, bei dem gerade in der Ferienzeit mehr zu tun ist als sonst. Interessierte können sich ebenso in Kleinanzeigen, offline wie online, schlau machen. Auch viele Schüler versuchen mit einer Kleinanzeige ihr Glück, einen Ferienjob zu ergattern. Dabei wird aber ein Problem deutlich: Sowohl jobsuchende Schüler als auch Arbeitgeber, die Ferienjobber suchen, finden auf diesem Wege oft nicht zusammen, wie ein Test unserer Zeitung ergab.

Dabei kann ein Ferienjob nicht nur dafür gut sein, um sich als Schüler etwas dazu zu verdienen. Vielleicht kann durch eine Tätigkeit in den Ferien schon herausgefunden werden, ob ein Berufsfeld für eine spätere Ausbildung in Frage kommt. Dann können schon erste Kontakte geknüpft werden. „Die Jugendlichen, die ein Unternehmen schon während eines Ferienjobs positiv erlebt haben, kommen gerne auch als Bewerber um einen Ausbildungsplatz wieder. Zudem haben die Betriebe die Teenager quasi live im Unternehmen erlebt – das kann kein Bewerbungsverfahren oder Vorstellungsgespräch ersetzen“, sagt dazu auch Dirk Heyden, Chef der Schweriner Arbeitsagentur. Wer nach der Schule studieren möchte, könne sich während eines Ferienjobs schon für ein Praktikum im Unternehmen ins Gespräch bringen.

Doch bei jedem Ferienjob muss rechtlich einiges beachtet werden. So dürfen Jugendliche altersabhängig nur bestimmte Tätigkeiten ausüben. Auch die Stundenzahl pro Tag und Woche ist begrenzt.

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