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Umwelt : Private Waldbesitzer fühlen sich eingeschränkt

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Regelungen zum Schutz der Pflanzen und Tiere nehmen zu. Die privaten Waldbesitzer sind nicht immer glücklich darüber.

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2016 | 15:53 Uhr

Die privaten Waldbesitzer in Mecklenburg-Vorpommern fühlen sich von der Zunahme an Regelungen eingeschränkt. Seit Jahrhunderten sei klar, dass der Wald in einem ausgeglichenen Verhältnis drei Funktionen zu erfüllen habe, sagte der Vorsitzende des Landes-Waldbesitzerverbands Ulrich Ivo von Trotha vor der Verbandstagung am Samstag in Güstrow. Dies seien die Nutzfunktion etwa für die Holzgewinnung, die Schutzfunktion für die Artenvielfalt im Tier- und Pflanzenreich sowie die Sozialfunkion, damit die Menschen im Wald beispielsweise Erholung finden können. Neuregelungen gingen jedoch fast ausschließlich in die Richtung der Schutzfunktion. „Wenn man ein paar Bäume schlagen will, wird das schon als nachteilig betrachtet. Dafür wird dann Holz aus Regenwäldern importiert“, kritisierte von Trotha.

Es gebe genügend wissenschaftliche Untersuchungen, dass in einem von Menschen gepflegten und kultivierten Wald eine viel höhere Artenvielfalt sei als in einem Wald, den man einfach wachsen lasse. Dann würden die dominanten Arten die schwächeren unterdrücken. „Das ist leider der vielfach gehegte Traum der gesunden Wildnis, der aber forstwissenschaftlich nicht belegt ist“, betonte von Trotha.

Positiv sei aktuell, dass es dem Wald derzeit gut gehe. Viele Wälder seien so schön und artenreich, dass sie im EU-Programm Natura 2000 aufgenommen wurden. Unter Natura 2000 ist ein europaweit zusammenhängendes Netz von Gebieten zum Schutz gefährdeter heimischer Tier- und Pflanzenarten zu verstehen.

Prinzipiell sei zu beobachten, dass für die Waldbesitzer die freie Verfügbarkeit ihres Eigentums immer weiter eingeschränkt wird, beklagte von Trotha. Wenn etwa ein Weg angelegt werden soll, müsse ein naturschutzfachliches Gutachten erstellt werden. „Dahinter steht, dass der Naturschutz als Ideologie oder gar als Ersatzreligion angesehen wird.“ Dies widerspreche oft der wirtschaftlichen Nutzung sowie der ökologischen Vernunft.

Knapp 50 Prozent der 555.000 Hektar Wald in Mecklenburg-Vorpommern sind nach seinen Angaben im Privatbesitz. Rund 2.500 Unternehmen mit insgesamt 15.000 Mitarbeitern hingen davon ab und erwirtschaften jährlich einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro.

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