Alte Erinnerungen : Hochzeit auf dem ersten Pressefest

Stolz zeigt Erika Lalla die Hochzeitsbilder mit ihrem Mann Winfried.
Stolz zeigt Erika Lalla die Hochzeitsbilder mit ihrem Mann Winfried.

Erika Lalla aus Schwerin erinnert sich an ihre glückliche Ehe zurück. Am 22. April feiern wir gemeinsam mit Lesern ein Familien-Pressefest.

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26. Februar 2018, 05:00 Uhr

„Wir hatten wirklich eine schöne Ehe.“ Erika Lalla strahlt übers ganze Gesicht, wenn sie an die gemeinsame Zeit mit ihrem Winfried zurückdenkt. „50 Jahre waren wir zusammen, 47 davon verheiratet.“ Die Fotos von ihrem Hochzeitstag zeigt sie voller Stolz. „Wir waren damals noch so jung“, erzählt die heute 81-Jährige schmunzelnd. Mit gerade einmal 18 Jahren heiratet sie damals ihre große Liebe – zum ersten Pressefest unserer Zeitung am 21. August 1954.

„Wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätten wir es auch schon früher getan“, fügt sie lachend hinzu. Kannte sie ihren Mann damals doch schon drei Jahre. „Wir haben uns auf dem Gemüsemarkt in Schwerin kennengelernt. Er hat dort seiner Mutter, ich meinem Vater geholfen. Da war ich erst 15 Jahre alt.“

Was folgt, ist eine typische Teenager–Liebe. „Mal waren wir zusammen und mal nicht.“ Im Jugendtempel im Schweriner Schlossgarten schworen sie sich ewige Treue. Doch die junge Liebe musste sich erst einmal trennen. Winfried ging als Dolmetscher zur NVA. Seine Erika konnte er nur noch an den Wochenenden besuchen.

Zu der Zeit war Erika Lalla, damals noch Heiden, auf der Theaterschule in Schwerin. Während ihrer gesamten Schulzeit hatte sie schon auf der Bühne gestanden, gespielt, gesungen und getanzt. Tänzerin wollte sie werden – wie ihre älteste Schwester Marga Heiden, die damals schon eine bekannte Schauspielerin war.

Nach zwei Jahren war für Erika an der Theaterschule in Schwerin jedoch Schluss. „Der Ausbildungsbetrieb wurde eingestellt. Für die Aufnahme in Berlin, Dresden oder Leipzig war ich aber schon zu alt“, sagt sie. Dafür begann für die junge Frau ein anderer, spannender Lebensabschnitt. Die Jugendliebe zwischen Winfried und ihr war erwachsen geworden. Um ohne die Zustimmung der Eltern heiraten zu können, warteten sie noch den 18. Geburtstag von Erika im Sommer 1954 ab. „Der erste freie Termin, den uns das Standesamt dann geben konnte, war Samstag, der 21. August.“

Dass am selben Wochenende das Pressefest in Schwerin groß gefeiert werden würde, war ihnen erst gar nicht so bewusst. Doch bereits beim Polterabend am Freitag machte es sich bemerkbar: „Es gab ein großes Feuerwerk zur Eröffnung des Pressefestes“, so Erika Lalla. Eine schöne Dreingabe zu ihrer eigenen Feier.

Als es am Samstag für die Gäste mit einem bestellten Bus zur Hochzeit gehen sollte, gab es einige Aufregung. Gefeiert wurde gemeinsam mit Winfrieds Schwester eine Doppelhochzeit. Entsprechend groß war die Gästeschar. Da allerdings der Schein „Freie Fahrt“ fehlte, durfte der Bus nicht fahren. Stattdessen ging es mit den wenigen Taxis, die diese Genehmigung hatten, im Pendelverkehr und auf Umwegen – viele Straßen waren gesperrt – hin und her. Am Sonntag feierte das frisch verheiratete Paar mit seinen Gästen dann selbst beim Pressefest auf dem Alten Garten mit.

Und auch in den Folgejahren war die Traditionsveranstaltung ein fester Termin für das Ehepaar. Sie waren sogar aktiv dabei – denn beide waren mittlerweile im Handel tätig und halfen mit, die Besucher mit Getränken, Bockwurst und anderen Leckerbissen zu versorgen.

Anlässlich des 13. Pressefestes 1967 hat unsere Zeitung schon einmal über das besondere Hochzeitsdatum berichtet. „Damals junger Ehemann – heute Vater von drei Kindern“, heißt es dort über Winfried Lalla. „Da war ich aber auch schon mit unserer Iris, dem vierten Kind, schwanger“, erinnert sich Erika Lalla schmunzelnd zurück. Ihren Winfried musste sie vor fast 20 Jahren gehen lassen. „Er ist mit 66 Jahren gestorben.“ Dennoch führt die Schwerinerin heute ein zufriedenes Leben im Kreise ihrer Kinder, acht Enkel und sieben Urenkel, „die sich alle um mich kümmern.“ Und es bleibt ihre Erinnerung: „Wir waren die glücklichsten Menschen auf dem ersten Pressefest.“

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