Pressefest in Schwerin : Buchstaben und Bauklötze

Victoria, Helene Fischer Double  mit starker Stimme, heizt dem Publikum kräftig ein.
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Victoria, Helene Fischer Double  mit starker Stimme, heizt dem Publikum kräftig ein.

Beim SVZ-Pressefest auf dem Bertha-Klingberg-Platz in Schwerin treffen alte Erinnerungen auf neue Erlebnisse

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22. April 2018, 00:00 Uhr

Lesen kann Bennet zwar noch nicht, die Zeitung mag er aber trotzdem. „Meine Oma liest beim Frühstück immer daraus vor. Wenn ich älter bin, lese ich auch“, sagt der Vierjährige. Bis es soweit ist, zieht Bennet den Buchstaben aber Bauklötze vor. Beim SVZ-Pressefest auf dem Bertha-Klingberg-Platz spielt der Junge mit anderen Kindern im bunten Festzelt und baut Turm um Turm. Ein paar Bänke weiter sitzt Opa Rudi Strahlmann und trommelt auf den Bongo-Trommeln. Oma Lydia Strahlmann fotografiert die beiden – und erinnert sich an früher: „Wir waren vor Jahrzehnten öfter auf dem Pressefest. Wie genau das damals war, weiß ich leider nicht mehr“, sagt die 63-Jährige.

Im Gegensatz zu Lydia Strahlmann weiß Simone Gladasch noch genau, was vor 30 Jahren auf dem SVZ-Pressefest passierte: Die 50-Jährige wurde 1988 zur ersten „Miss Schwerin“ gewählt. „Das war der Höhepunkt meines Lebens. Die Aufregung, der Trubel und die Erleichterung, das vergesse ich nie“, erzählt Simone Gladasch. Dabei habe sie nicht im geringsten mit dem Sieg gerechnet. „Am Anfang war es nur Spaß und eine Wette: Wenn ich es in der Vorrunde unter die ersten Zehn schaffe, bekomme ich eine Kiste Sekt. Die Flasche kostete damals zwischen 20 und 25 Ostmark, es ging also um etwas“, sagt die 50-Jährige.

Es kam, wie es kommen musste – Simone Gladasch schaffte es ins Finale und auf die Freilichtbühne. Im knappen Bikini und mit strahlendem Lächeln versuchten die damals 20-Jährige und ihre Konkurrentinnen, die Jury von sich zu überzeugen. „Gegen Nachmittag verkündete der Moderator dann die Entscheidung: Ich hatte gewonnen. Um mich bildete sich eine Menschentraube, von der ich aber nicht viel mitbekam. Ich war einfach nur überwältigt“, erzählt die erste „Miss Schwerin“. Aus dem ursprünglichen Spaß war Ernst geworden. Interviews, Bilder und viele Termine – das Leben der Schwerinerin hatte sich auf dem Pressefest schlagartig verändert.

30 Jahre sind seit der ersten Misswahl und einem der letzten SVZ-Pressefeste vergangen. Gladasch wurde älter – und das Pressefest machte eine Pause. Dass sie es sich nicht nehmen lies, bei der Neuauflage des Festes dabei zu sein, sei eine Selbstverständlichkeit, sagt Simone Gladasch: „Es ist schön, dass die SVZ die Tradition wieder aufleben lässt. Ich würde mir wünschen, dass es in Zukunft öfter stattfindet.“ Ein Wunsch, den auch Benett und seine Großeltern Lydia und Rudi Strahlmann teilen. „Die Idee dahinter ist toll. Während unser Enkel spielt, können wir mit anderen Schwerinern in Erinnerungen schwelgen oder mit Redakteuren aus den unterschiedlichen Lokalredaktionen diskutieren“, so Lydia Strahlmann. Für Bennet gibt es zum krönenden Abschluss ein Eis – und beim nächsten Mal vielleicht mehr Buchstaben, als Bauklötze.

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