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Aquakultur im Land : Premiere in MV: Fische zählen

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Erstmalig will das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern herausfinden, wie es um die Aquakultur im Land bestellt ist. Es geht hierbei vor allem um die Betriebe, die Speisefische in abgeschlossenen Systemen züchten.

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erstellt am 19.Jan.2012 | 07:50 Uhr

Schwerin | Frisch wünschen ihn sich die Kunden. Dazu aus der Region. Außerdem nachhaltig gefangen: Den Fisch. Erstmalig will das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern herausfinden, wie es um die Aquakultur im Land bestellt ist. Dezernatsleiter Dieter Gabka erklärt, dass es hierbei vor allem um die Betriebe geht, die Speisefische in abgeschlossenen Systemen züchten. Als Beispiel für solche Becken führt er Karpfenteiche an. Oder Netzgehege, die innerhalb eines Sees abgetrennt wurden. Landesweit gebe es rund 100 Betriebe, die in die neue Statistik eingehen sollen. Über die Aquakultur sagt Gabka: "Diese Haltung ist Zukunftsmusik." Der Experte erläutert, dass die Teichwirtschaft eine bedeutende Rolle spiele. Er bezieht sich dabei vor allem auf die Versorgung der Bevölkerung mit Fischen, Krebs- und Weichtieren. Besonders vor dem Hintergrund der Überfischung der Gewässer leiste die Aquakultur einen ökologischen Beitrag um die Nachfrage an Fisch zu decken.

Obwohl die Ergebnisse aus Binnenfischerei sowie Hochsee- und Küstenfischerei seit Jahren von den Landesämtern erfasst werden, gab es eine solche Zählung für Aquakulturen noch nicht. In den kommenden Monaten soll herausgefunden werden, wie die Betriebe in MV strukturiert sind, wie viel und was sie züchten. Bisher wurden diese Daten geschätzt. Grundlage für die Erhebung ist eine EU-Verordnung und eine Neuerung des Agrarstatistikgesetzes.

Laut Gapka soll vor allem herausgefunden werden, wie viel Tonnen produziert werden. Aber auch wo in MV Speisefische gezüchtet werden. Hierfür haben die Firmen einen Fragebogen vom Statistischen Amt erhalten. Auf diesem wird erfragt, welche Tiere gehalten werden, in welcher Form sie gehalten werden und wie die Ware vermarktet wird. Dabei sollen sowohl Züchter für Großhandel, als auch Einzelverkäufer berücksichtigt werden. Die ersten Antwortschreiben sind bereits wieder eingegangen. Gapka sagt, dass die erste Auswertung in dieser Woche beginnen soll. Hierfür werden die Daten elektronisch erfasst und geprüft. Als Beispiel für eine Fehlermeldung illustriert der Dezernatsleiter: "Etwa, wenn jemand angibt, aus einem wohnzimmergroßen Teich fünf Tonnen Karpfen herausgeholt zu haben." Aber er gehe davon aus, dass die Angaben in der Regel stimmen.

Nach der ersten Fragewelle soll es im Frühjahr eine zweite geben.

Bei dieser sollen die Betriebe Fragen zu den erzielten Preisen beantworten. Ziel ist nicht nur mit Hilfe der erhobenen Daten herauszufinden, wo die Schwerpunkte in MV liegen, sagt Gapka. Schließlich könne die Produktion aus Aquakultur auch mit der Binnen- und Küstenfischerei ins Verhältnis gesetzt werden. Letztendlich sollen umfassende, aktuelle und belastbare statistische Informationen über diesen Wirtschaftssektor gewonnen werden. Sie sollen auch der EU für Planungen und Maßnahmen dienen.

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