Schwerin : Premiere: Film mit Moha

Beim Feinschliff: Dieter Schumann (l.) zusammen mit Moha, Cutter Bernhard Kübel und Kamermann Michael Kockot.
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Beim Feinschliff: Dieter Schumann (l.) zusammen mit Moha, Cutter Bernhard Kübel und Kamermann Michael Kockot.

Dokumentation „Notaufnahme – wenn Fremde näher kommen“ kommenden Dienstag in Schwerin

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15. März 2016, 12:00 Uhr

Wieso zieht es so viele Flüchtlinge nach Deutschland? Auf welchen Wegen kommen sie hierher? Was wollen sie hier machen? Und wie stellen sie sich die Zukunft vor? – Es sind Fragen wie diese, die viele Menschen im Land momentan beschäftigen. „Notaufnahme – wenn Fremde näher kommen“ von Regisseur Dieter Schumann, gibt Antworten. Der Dokumentarfilm wird kommenden Dienstag im Verlagshaus unserer Zeitung in Schwerin erstmals aufgeführt. Unsere Leser sind herzlich eingeladen, dem Beitrag und der anschließenden Diskussion beizuwohnen.

„Vor allem auf dem Land haben viele Bewohner bisher nur sehr wenig Kontakt zu den Flüchtlingen. Dadurch sind viele Ängste entstanden und viele Vorurteile“, sagt Dieter Schumann. „Wir wollen Hemmschwellen abbauen und eine Kontaktaufnahme zwischen den Menschen ermöglichen.“ Mit Unterstützung der Sparkasse ist schließlich diese Dokumentation entstanden. In den kommenden Monaten soll sie in verschiedenen Einrichtungen des Landes gezeigt werden. Immer mit dabei: Moha. Der syrische Flüchtling – den unsere Zeitung bereits seit September vergangenen Jahres begleitet – ist einer der Protagonisten in Schumanns Film. Er wird im Anschluss an die Aufführungen Fragen beantworten und von seiner Flucht erzählen.

Anmeldung: Filmaufführung am 22. März
Der Film „Notstation, wenn Fremde näher kommen“ wird am Dienstag, den 22. März, um 18 Uhr im Verlagshaus Schwerin, Gutenbergstraße 1, aufgeführt. Anschließend findet eine Diskussionsrunde mit den Filmemachern und Protagonisten statt.  Zuschauer können dann Fragen stellen. Wenn Sie dabei sein wollen, melden Sie sich bitte einfach per E-Mail an: redaktion@medienhausnord.de

Der Film zeigt das kleine Dorf Zahrensdorf bei Boizenburg, welches ohne Vorankündigung 56 Flüchtlinge in einer Turnhalle aufnehmen musste. Es gibt keine langen Phrasen. Keine Erklärungen. Keine Stimme, die aus dem Off die Situation schildert. Es gibt „nur“ die Protagonisten. Mit ihnen ist alles gesagt: Da ist der ukrainische Vater mit seinen sieben Kindern, der erzählt, wie sich in seinem Land Nachbarn gegenseitig erschießen. Da ist die Familie aus Tschetschenien, die das zweite Mal die Flucht nach Deutschland wagt. Weil der Vater von einem Soldaten zusammengeschlagen wurde. Weil sein Sohn alles mitansehen musste. Da ist eine Gruppe von Syrern, die sich anbrüllt, wer nun schuld an dem Krieg in ihrem Land hat. Und dann gibt es noch Rolf Christiansen, Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, der sich entschuldigt und zugibt, dass er Zahrensdorf zu spät informiert hätte über die Ankunft der Flüchtlinge.

Die Hilflosigkeit der Flüchtlinge, die Ohnmacht der Politiker und mittendrin die Bewohner von Zahrensdorf, die einfach anpacken. Sie reden nicht, sie handeln. „Es gibt offensichtlich eine hohe Hilfsbereitschaft“, so Schumann. „Die Frage ist, wie können wir dieses Potenzial an Menschlichkeit bestätigen und nutzen.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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