Frühes Buchen lohnt : Preiskampf auf dem Fernbusmarkt

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Angebote erreichen Marktforschern zufolge Tiefpunkt

svz.de von
17. August 2016, 20:55 Uhr

Wer an diesem Sonnabend von Schwerin nach Köln reisen möchte, kann (Stand gestern 14 Uhr) mit einer Fahrkarte zum (Spar-)Preis von 79,90 Euro um 7.57 Uhr in den Zug steigen. Oder er nimmt den Fernbus, der um 11.05 Uhr startet und nur 28 Euro kostet – allerdings auch knappe drei Stunden länger unterwegs ist.

Fernbusreisen haben vor allem aufgrund des günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses Konjunktur. Wie das Berliner Iges-Institut in seiner jüngsten Mobilitätsstudie zum Fernbusmarkt in Deutschland feststellt, sind die Fahrgastzahlen im innerdeutschen Omnibuslinienverkehr allein zwischen 2013 und 2015 um das 2,5-fache von 8,2 auf 20 Millionen gestiegen. Parallel dazu gingen vor allem die Angebotspreise – das Institut spricht vom Umsatzerlös je Fahrgast und Kilometer – seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes im Januar 2013 von 0,050 Euro auf 0,036 Euro im zweiten Quartal 2016 zurück.

Das Verbundunternehmen berlinlinienbus.de, das in Mecklenburg-Vorpommern aktuell 29 Zielorte ansteuert, macht die Preisentwicklung an zwei Beispielen deutlich: Für die Fahrt von Schwerin nach Berlin zahlt man in diesem Jahr im günstigsten Fall 11 Euro, so Sprecher Burkhard Ahlert. Im vergangenen Jahr wurden noch mindestens 12 Euro fällig. Die Fahrt von Rostock nach Berlin ist derzeit schon ab 9 Euro zu haben, 2015 mussten mindestens 11 Euro bezahlt werden.

Allerdings gilt: Der Preis ist immer abhängig von Buchungszeitpunkt und bereits gebuchten Kapazitäten für eine Fahrt. Das sei auch bei Flixbus der Fall, erläutert Gregor Hintz, der Sprecher des Marktführers. Der Preis für eine bestimmte Fahrt sei also immer sehr individuell.

Flixbus  bedient  derzeit 31 Haltestellen in Mecklenburg-Vorpommern. Kühlungsborn, Bad Doberan und Nienhagen sind die jüngsten Halte im Nordosten. „Wir werden im nächsten Jahr weitere Urlaubsregionen anbinden“, kündigt Hintz an, die Planungen für das Streckennetz im Jahr 2017 liefen bereits. Denn: „Der Preis ist beim Fernbus sicherlich ein wesentlicher Faktor, was FlixBus zusätzlich zugutekommt ist das große Netz und der attraktive Fahrplan“, betont Hintz.

Laut Iges-Institut ist der Fernbusmarkt insgesamt aber im ersten Halbjahr 2016 geschrumpft. Wurden Ende vergangenen Jahres noch 328 Linien im innerdeutschen Fernbusverkehr bedient, waren es im April dieses Jahres nur noch 295. Parallel dazu stieg die Auslastung der ICE und Intercity der Bahn im ersten Vierteljahr deutlich – unter anderem war das durch 19-Euro-Angebote befördert worden.

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