zur Navigation springen

Sinkende Netzentgelte : Preise für Strom sollen sinken

vom
Aus der Onlineredaktion

Wirtschaft und Verbraucher in MV: Sinkende Netzentgelte müssen an Kunden weitergegeben werden

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Sinkende Kosten für Stromkunden in MV: Nach jahrelangen Preissteigerungen können private Haushalte und Firmenkunden 2018 mit leicht sinkenden oder zumindest stabilen Energiepreisen rechnen. Die Netzentgelte, die den Stromtarif vor allem in den ostdeutschen Ländern in den vergangenen Jahren in die Höhe schnellen ließen, sollen in MV und den neuen Bundesländern 2018 deutlich sinken. 50Hertz, der für den Norden und Osten zuständige Stromübertragungsnetzbetreiber, will das Netzentgelt voraussichtlich um elf Prozent senken, teilte das Unternehmen mit. Unter anderem habe die Vollständige Inbetriebnahme einer Stromtrasse nach Süddeutschland zu deutlichen Kostensenkungen geführt, hieß es.

Mit der Ankündigung erhöhen Landespolitiker, Unternehmer und Verbraucher den Druck auf die Stromversorger in MV wie Wemag, E.on oder die Stadtwerke, die Tarife zu reduzieren. Die Ersparnis müsse bei den Verbrauchern ankommen, forderte Energieminister Christian Pegel (SPD) gestern. Mit der erreichten Gesetzesänderung zur bundesweit gleichen Verteilung der Kosten des Übertragungsnetzes und der Abschaffung der so genannten vermiedenen Netzentgelte, die bisher vor allem Haushalte in MV stark benachteiligt hätten, sei mit weiteren Entlastungen zu rechnen. Auf niedrigere Energierechnungen drängen auch die Unternehmen: „Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern darf nicht dafür bestraft werden, dass andere Regionen mit dem Netzausbau nicht hinterherkommen“, erklärte Manuela Balan, Chefin des Unternehmerverbandes Rostock. Druck auch von der Verbraucherzentrale MV: Die geringeren Netzentgelte müssten an Privatkunden weitergegeben werden, appellierte Energieexperte Sascha Beetz. 2017 hatten viele Energieversorger die Preise erhöht – bundesweit teilweise sogar um bis zu 15 Prozent.

Stromversorger und die in der Region zuständigen Verteilnetzbetreiber halten sich indes zurück: Noch stehe eine Entscheidung aus, teilten die Stadtwerke Rostock wie auch der Netzbetreiber E.dis mit. Dort hieß es lediglich, Senkungen beim Übertragungsnetzbetreiber wirkten sich dämpfend bei der Ermittlung der Netzentgelte aus. Eine Prognose sei nicht möglich, da noch nicht über Umlagehöhen und weitere Netzentgelte entschieden sei, sagte Schwerins Stadtwerke-Sprecher Aurel Witt.

Wirtschaft und Privatkunden in MV leiden seit Jahren unter höheren Strompreisen: Grund sind die hohen Kosten für den Netzausbau, die die Kunden vor Ort tragen müssen. So werden Kunden dort, wo der Ausbau der erneuerbaren Energien am weitesten fortgeschritten ist, mehr belastet.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen