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Mecklenburg-Vorpommern

17. Oktober 2017 | 13:40 Uhr

Preise für Immobilien im Land steigen

vom

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2012 | 06:54 Uhr

Das Streben nach sicherer Geldanlage und historisch niedrige Zinsen haben 2012 auch in Mecklenburg-Vorpommern die Nachfrage nach Wohneigentum stark wachsen lassen und damit die Preise kräftig angeheizt. Vor allem ältere Eigenheime liegen nach Angaben der ostdeutschen LBS Immobilien GmbH (Potsdam) in der Käufergunst ganz oben, die deshalb um bis zu 15 Prozent im Preis angezogen hätten. „In einigen Regionen wie zum Beispiel in Schwerin ist die Nachfrage nach solchen Immobilien in guter Lage doppelt so hoch wie das Angebot. Kaufen ist derzeit sehr attraktiv“, sagte Geschäftsführer Mathias Wahsenak am Dienstag in Schwerin. Er geht davon aus, dass die Preise 2012 durchschnittlich um etwa 5 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr.

Doch klaffe die Preisentwicklung weit auseinander. Während in ländlichen Regionen Häuser noch immer sehr günstig angeboten würden, erzielten Immobilien in Badeorten wie Rostock-Warnemünde, Binz oder Heringsdorf Spitzenpreise. So würden in Warnemünde inzwischen für Eigenheime bis 400 000 Euro gezahlt. Vergleichbare Immobilien etwa in Wismar, Waren oder Güstrow seien halb so teuer.

Die höchsten Preise für Eigentumswohnungen werden im Nordosten laut Wahsenak in Rostock und Greifswald mit durchschnittlich etwa 1500 Euro je Quadratmeter erzielt. In exklusiven Strandlagen würden vereinzelt auch 4000 Euro und mehr gezahlt. Der Verkauf solch hochpreisiger Wohnungen habe maßgeblich dazu geführt, dass das durchschnittliche Preisniveau in Mecklenburg-Vorpommern mit 135 000 Euro inzwischen vergleichbar sei mit Ländern wie Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Am billigsten sind einer Erhebung der LBS zufolge Eigentumswohnungen in Thüringen mit knapp 70 000 Euro.

Bei den gebrauchten Eigenheimen liegt Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 110 000 Euro trotz Preissteigerung noch im hinteren Mittelfeld, weist aber nach Berlin und Brandenburg im Osten schon die dritthöchsten Preise auf. Wahsenak zufolge besteht im Nordosten bundesweit noch das höchste Potenzial für den Erwerb von Wohneigentum. 33 Prozent der Haushalte verfügten bereits über eigene vier Wände, 70 Prozent seien aufgrund der Einkommen und der ortsüblichen Preise in der Lage dazu.

Die Bausparkasse der Sparkassen, nach eigenen Angaben Marktführer beim Verkauf gebrauchter Immobilien, erwartet in Mecklenburg-Vorpommern für 2012 zweistellige Zuwachsraten und damit neue Rekordwerte. Bis Ende September habe die Immobiliengesellschaft im Land 683 Objekte zu einem Gesamtkaufpreis von über 80 Millionen Euro veräußert. Das seien 12,1 Prozent mehr an Immobilien und ein um 13,9 Prozent höherer Gesamtkaufpreis als in den ersten neun Monaten 2011. Wahsenak hält die Sorge vor einer Immobilienblase für unbegründet. Dagegen sprächen unter anderem die vergleichsweise geringen Kreditlasten und die positive Einkommensentwicklung. Im europäischen Vergleich bewegten sich die deutschen Immobilienpreise zudem eher am unteren Ende der Skala.

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