Immobilienmarkt MV : Preise für Häuser steigen weiter

In den deutschen Großstädten gibt es immer weniger bezahlbarer Wohnraum.
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In den deutschen Großstädten gibt es immer weniger bezahlbarer Wohnraum.

Daran wird sich in den kommenden Jahren wohl wenig ändern

svz.de von
21. September 2017, 20:55 Uhr

Der Immobilienmarkt in Mecklenburg-Vorpommerns Großstädten und touristisch geprägten Ostsee-Kommunen ist nach Einschätzung des Immobilienverbands (IVD) weiter von steigender Nachfrage und damit von steigenden Preisen gekennzeichnet. In diesen Orten stiegen die Baugrundstückspreise innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 7 Prozent, für Einfamilienhäuser um bis zu 10 Prozent und für Eigentumswohnungen im Schnitt um 7 Prozent, wie der IVD Region Nord gestern in Rostock mitteilte. In der Fläche seien dagegen stabile, teils auch rückläufige Preise zu beobachten.

Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede innerhalb des Landes beziehungsweise zu Schleswig-Holstein: So müssen Käufer in Rostock für ein freistehendes Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche in guter Lage, Bausubstanz und Ausstattung laut Statistik rund 330 000 Euro bezahlen. In Schwerin kostet es nur 280 000 Euro, in Kühlungsborn und Kiel 380 000 und Gemeinden der Lübecker Bucht sogar 580 000 Euro. In Güstrow sind es dagegen nur 195 000 Euro.

Auch bei Eigentumswohnungen zogen die Preise weiter an, berichtete der IVD. Anders entwickelten sich die Mietpreise in den Städten bei Bestandswohnungen. Hier sei nach Jahren des starken Anstiegs eine Stagnation zu verzeichnen, sagte Tom Hübner vom IVD.

Entgegengesetzt sind die Entwicklungen bei Neubauwohnungen in Rostock: Die hohe Nachfrage, aber auch die vom Gesetz verlangten immer höheren und aus Sicht des IVD teils übertriebenen Standards führten zu weiteren Steigerungen: So müsse in Rostock mit durchschnittlichen Mietpreisen in Neubauten von 10 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden.

Insgesamt sehen die Immobilienmanager trotz der Preiserhöhungen in den vergangenen Jahren keine Überhitzung auf dem Markt. Die Entwicklung beruhe auf einer natürlichen Nachfrage, eine Immobilienblase sei nicht zu erwarten.

Eine Absage erteilten sie der Mietpreisbremse, die 2015 vom Bund beschlossen worden war. Sie habe sich als unwirksam erwiesen und sei zudem jüngst vom Berliner Landgericht als verfassungswidrig eingestuft worden. „Gegen die Mietpreissteigerungen hilft nur ,Neubau, Neubau, Neubau‘“, sagte IVD-Sprecher Peter-Georg Wagner.

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