Lebensmittel werden teurer : Preise für Brot und Zucker ziehen dramatisch an

Landes-Bauernverband sieht sich nicht als Gewinner. dpa
Landes-Bauernverband sieht sich nicht als Gewinner. dpa

Verbraucher im Land müssen sich auf höhere Lebensmittelpreise in diesem Jahr einstellen: Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) rechnet mit einem Anstieg um etwa drei Prozent.

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04. Januar 2013, 07:12 Uhr

Schwerin/Berlin | Die Verbraucher müssen sich auf höhere Lebensmittelpreise in diesem Jahr einstellen: Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) rechnet mit einem Anstieg um etwa drei Prozent, sagte gestern eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber unserer Redaktion. Die Prognose beruhe auf Erfahrungswerten der vergangenen Jahre, dem zu erwartenden Auswirkungen des Wettbewerbes im Einzelhandel, die vermehrte Nachfrage auf den globalen Märkten und auch die steigenden Energiekosten. Die Sprecherin fügte hinzu, dass Lebensmittel in Deutschland immer noch deutlich preisgünstiger als in den meisten Ländern seien. Verbraucher gäben rund zwölf Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus - viel weniger als die Nachbarn.

Schon in den vergangenen Jahren sind in Mecklenburg-Vorpommern die Preise für Nahrungsmittel geklettert - im Vergleich zu 2011 stiegen sie 2012 um 3, 2 Prozent, ebenso wie die Preise für alkoholische Getränke und Tabakwaren, so das Statistische Landesamt. Im Vergleich zum Basisjahr 2005 ging es bei den Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken sogar um 25,8 Prozentpunkte nach oben.

Dass die Produzenten von den steigenden Kosten profitieren, glauben die Landwirte im Nordosten allerdings nicht. "Das wird höchstens die Inflationsrate ausgleichen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Landes-Bauernverbandes, Martin Piehl. Zugleich betonte er, dass die Landwirte nicht direkt für kletternden Preise verantwortlich gemacht werden könnten. "Das liegt vor allem am Handel und den Erst- und Zweitverarbeitern", meinte Piehl. So seien beispielsweise im Fall von Getreide besonders die Mühlen und die Bäcker durch hohe Energiekosten betroffen. Diese legten sie dann eben auf den Endverbraucher um. "Und der Handel will auf seine Margen auch nicht verzichten." Nicht viel anders verhalte es sich bei Fleisch und Milch. "Schön wäre es ja, wenn die Landwirte profitieren könnten, allein mir fehlt der Glaube", meinte der Hauptgeschäftsführer.

Einzelne Positionen bei den Lebensmittelkosten in MV zogen laut Statistischem Amt übrigens im Jahresdurchschnitt besonders an, wie Weizenmehl um 42 Prozent und Zucker um 24 Prozent. Diese Entwicklung blieb nicht ohne Auswirkungen auf daraus erzeugte Produkte. So verteuerten sich Brot und Getreideerzeugnisse in Jahresfrist bereits um 4,2 Prozent.

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