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Sylvia Bretschneider : Präsidentin des Landtags fährt jetzt zwei A8

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aus Silvia Bretschneiders personengebundenen Dienstwagen ist eine kleine Flotte geworden. Begründung: zwei Chefwagen seien billiger als einer

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erstellt am 29.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Wenn Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) vorfährt, dann sitzt sie in einem schwarzen Audi A8 – ob in Schwerin, Rostock oder Neubrandenburg, ihrem Wohnort. Bislang. Vor wenigen Tagen aber ist aus ihrem personengebundenen Dienstwagen eine kleine Flotte geworden, nämlich zwei Audi A8 3.0 TDI quattro – UVP 84 000 Euro, je Stück, vom Landtag geleast. Einer stationiert in Neubrandenburg mit Fahrer und einer stationiert in Schwerin mit Fahrer. Das ist mehr als ungewöhnlich.

Der Ministerpräsident hat nur einen A8 TDI 3.0 quattro. Der Innenminister hat einen Chefwagen – Finanzminister, Wirtschaftsminister, Kultusministerin dito. Einziger Unterschied: Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) haben einen vom Landeskriminalamt festgelegten Schutzbedarf, der einen zweiten baugleichen Wagen für die Personenschützer beinhaltet. Wenn Caffier aufkreuzt, dann also mit zwei Mercedes S 350 4Matic lang.

Ganz so wird es bei der Landtagspräsidentin nicht sein. Sie kommt künftig im Osten des Landes mit dem einen ihrer beiden A8, im Westteil mit dem anderen. „Aus Spargründen“, behauptet Landtagssprecher Dirk Lange. Am 16. März sei der zweite TDI quattro aus Ingolstadt geholt worden, weil die Landtagsverwaltung dies der Präsidentin vorgeschlagen habe, so Landtagsdirektor Armin Tebben. So könnten ab sofort Leerfahrten ohne die Präsidentin, Bahnfahrten hin und zurück aus Neubrandenburg und teure Übernachtungen für die Fahrer eingespart werden, sagt Lange. Summa summarum werden Kosten für eine halbe Stelle gespart.

Und das Behördenleasing bei Audi übersteigt nach Informationen unserer Zeitung für die beiden A8 zusammen die selbstgesetzte Haushaltsrichtlinie für Minister von 4500 Euro je Jahr für ein Fahrzeug nicht wesentlich. Lange: „Das Parlament hat nun mal eine Präsidentin gewählt, die in Neubrandenburg wohnt und in Schwerin arbeitet.“

Andere Landtage sind nach einer Kurzumfrage unserer Zeitung noch nicht auf diesen Spartrick à la MeckPomm gekommen. Bretschneiders Parteifreundin Britta Stark in Potsdam hat einen Mercedes – und ein Dienstfahrrad. Sachsens Präsident Matthias Rößler (CDU) fährt BMW – einen. In Schleswig-Holstein gibt es gar kein personengebundenes Fahrzeug. Nur Barbara Stamm (CSU) im wohlsituierten Bayern hat ein ständiges Fahrzeug und einen Ersatzwagen.

 

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