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Stasi-Unterlagenbehörde : „Präsenz in der Region ist sehr wichtig“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bundesbeauftragter Jahn favorisiert regionale Struktur der Stasi-Unterlagenbehörde

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat sich dafür ausgesprochen, dass die Stasi-Akten in den ostdeutschen Bundesländern bleiben sollten. „Die Präsenz in der Region ist sehr wichtig“, sagte Jahn gestern beim Besuch der Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde in Neubrandenburg.

Das zeige auch die zuletzt steigende Zahl von Anträgen auf Akteneinsicht. Bundesweit war die Zahl der Anträge 2014 wieder um rund fünf Prozent gestiegen, mit 20 Prozent war die Steigerung in Neubrandenburg besonders groß. „Es gibt einen Dialog der Generationen“, erklärte Jahn. So fragten inzwischen Kinder und Enkel ihre Eltern und Großeltern: „Was war das für ein Land, in dem ihr gelebt habt.“ Derzeit prüft eine Expertenkommission im Auftrag des Bundestages die künftige Struktur der Jahn-Behörde mit zwölf Außenstellen und rund 1600 Mitarbeitern. „Für eine Entscheidung über einzelne Standorte ist wichtig, wie sie in die Aufarbeitungslandschaft der Bundesländer eingebettet werden“, erklärte Jahn. Dazu habe es auch schon Gespräche mit den Bundesländern gegeben. Die Akten könnten auch aufklären, wie das Herrschaftssystem in der DDR funktionierte.

Für den Erhalt der Außenstellen  – in Mecklenburg-Vorpommern gibt es mit Rostock, Neubrandenburg und Schwerin-Görslow drei – sprach sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg aus. „Gerade älteren Leuten sollte nicht erst 100 Kilometer Anfahrt zugemutet werden.“ Ein offener Umgang mit der DDR-Geschichte sei beispielhaft. Wenn man in die Geschichte der Bundesrepublik schaue, sei es in den 1960er- und 1970er-Jahren im Westen ein großer Fehler gewesen, dort nicht offen mit der Vergangenheit umgegangen zu sein.

Insgesamt gingen 2014 bei der Stasi-Unterlagen-Behörde genau 67 763 Anträge auf Akteneinsicht ein, rund fünf Prozent mehr als 2013.

 

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