Umfrage : Prämien für Nichtraucher im Beruf?

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28. März 2014, 09:38 Uhr

Ein Jahr lang in der Firma nicht rauchen - dafür abkassieren und auch noch etwas für die Gesundheit tun: Nach der Mitteilung des Reiseveranstalters Alltours, in diesem Monat 250 Euro Sonderprämie an jeden nichtrauchenden Mitarbeiter auszuschütten, diskutiert auch Mecklenburg-Vorpommern über den Nichtraucherschutz.

252 der 500 Mitarbeiter in der Zentrale des Reiseunternehmens bekommen die Prämie, weil sie ein Jahr lang während der Dienstzeit auf das Rauchen verzichtet haben. Die Nichtraucher-Prämie wird seit 2008 zum siebten Mal ausgeschüttet. Der Anteil der Nichtraucher sei seither gewachsen, im Vergleich zum Vorjahr habe sie sich um 8,5 Prozent erhöht. Die Zahl der Raucherkabinen sei inzwischen von vier auf zwei halbiert worden.

Sollten Nichtraucher im Beruf Vorteile genießen?

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Auch in unserer Region sind solche Regelungen keine Seltenheit, zusätzliche Urlaubstage oder Sonderprämien für gibt es bereits in mehreren Betrieben des Landes.

Rauchverbote in Deutschland

In Deutschland darf seit ein paar Jahren in öffentlichen Verkehrsmittel und Behörden sowie in Gaststätten nicht mehr geraucht werden. Ein Rückblick:

2007

Die ersten Bundesländer bringen Nichtraucherschutzgesetze auf den Weg. Das Bundesnichtraucherschutzgesetz verbietet das Rauchen grundsätzlich in allen öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Behörden und Einrichtungen des Bundes.

2008

Mitte des Jahres darf in Kneipen und Restaurants in allen Bundesländern grundsätzlich nicht mehr gequalmt werden.

Juli 2008

Nach Klagen von Gastronomen gegen strenge Rauchverbote in Bundesländern fällt das Bundesverfassungsgericht eine Grundsatzentscheidung. So dürfen Ausnahmen wie Raucherräume die Kleingastronomie nicht benachteiligen. Viele Bundesländer richten ihre Gesetze seit 2009 nach dieser Entscheidung aus und erlauben in kleinen Kneipen das Rauchen - aber erst ab 18 Jahren.

Juli 2010

Ein Volksbegehren bringt Bayerns Gastronomie ein striktes Rauchverbot. 61 Prozent der Wähler sprechen sich dafür aus, Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen in Gaststätten, Kneipen und Bierzelten komplett zu verbieten.

Mai 2013

Das neue Nichtraucherschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen macht Schluss mit vielen Ausnahmen: keine abgetrennten Raucherbereiche in Restaurants, keine Raucherkneipen, keine Ausnahmen bei Karneval und Kirmes.

Zahlen und Fakten

Rauchen ist die häufigste vermeidbare Todesursache in den Industrieländern. In Deutschland qualmt rund ein Drittel der Erwachsenen, darunter mehr Männer als Frauen. Insgesamt sind es etwa 16 Millionen Menschen. Beim Verbrennen einer Zigarette entstehen mehr als 4800  chemische Stoffe. Etliche davon sind hochgradig giftig und krebserregend. Neben Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid entstehen unter anderem Benzol, Arsen und Polonium. Für Nikotin liegt der gesetzliche Grenzwert im Rauch einer Zigarette bei einem Milligramm, für Teer und Kohlenmonoxid bei zehn Milligramm.

Wegen ihres Tabakkonsums sterben bundesweit jährlich rund 140 000 Menschen vorzeitig. Zu den häufigsten Folgen des Rauchens gehören Krebs (besonders Lungenkrebs), Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie Magengeschwüre. Durch Passivrauchen kommen pro Jahr rund 3300 Menschen ums Leben. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Rauchens für die Gesellschaft werden auf rund 19 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Darunter sind Ausgaben für ambulante und stationäre Behandlung sowie Arzneimittel, Produktionseinbußen, Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit.

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