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Rostocker Seehafen : Potenziale weiter erschließen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Euroports-Geschäftsführer Karsten Lentz über Ergebnisse im Hafenumschlag, den Bau einer Papierhalle und eines Getreidebeladers

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Am Getreide-Terminal lädt der Bulker „Tinos“ Weizen für Saudi-Arabien, an der Warnow-Pier löscht der Ro/Ro-Frachter „Polaris VG“ Papier aus Finnland und am Stückgut-Terminal wird „Symphony Sky“ mit Windkraftanlagen für Marokko bestückt. Aktuelle Beispiele für drei Schwerpunktaufgaben von Euroports Germany im Rostocker Seehafen.

Eine ist der Getreideumschlag, wo wiederholt die Kapazitätsgrenzen erreicht wurden. Schiffe müssen vielfach länger warten, ehe sie bedient werden können.

Hochbetrieb herrscht auch im Papier-Geschäftsfeld. Hier ist mit der Konzentration des Umschlags des finnischen Papierproduzenten UPM auf Rostock an der südlichen Ostseeküste eine Verdreifachung der Umschlagmengen dieser wertintensiven Fracht zu bewältigen.

Wachsende Aufgaben kennzeichnen ebenso die Arbeit mit Windkraftanlagen. Seit drei Jahren gewährleistet das Unternehmen die Lagerhaltung und Verteilfunktion für Nordex und weitere Windkraftanlagenbauer. Anlagen sind zu verschiffen, Komponenten kommen und werden eingelagert und bei Bedarf vom Produzenten abgerufen. Etwa 7500 Teile, rund 200 000 Tonnen, sind jährlich so allein in diesem Segment zu verzeichnen.

Wie man sich diesen Herausforderungen stellt und die Aufgaben meistert, berichtet Karsten Lentz (39), seit Jahresbeginn Geschäftsführer von Euroports Germany und seinen Tochtergesellschaften. Er übernahm den Staffelstab von Günter Fett, der nach 50-jähriger Tätigkeit im Hafen (im März wird er 65) sich auf die Aufgabe als Geschäftsführer der Großtanklager Ölhafen Rostock GmbH und Projektleiter wichtiger Investitionen des Hafens konzentriert. Mit dem Rostocker Hafen ist auch sein Nachfolger schon einige Jahre eng verbunden. Der gebürtige Bützower wuchs in Hagenow auf. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft in Rostock ist er zunächst als Diplom-Kaufmann bei der Unternehmensberatung Grieger & Mallison beschäftigt.

Eine der Aufgaben führte ihn auch in den Hafen, wo er im August 2001 seine Tätigkeit als Leiter Controlling begann. 2004 kamen die Aufgaben IT und Einkauf hinzu und seit 2008 wirkte er als Geschäftsführer in der Getreide-Service Rostock GmbH, einer der Tochtergesellschaften der Seehafen Rostock Umschlagsgesellschaft, die zunächst anteilig und im Oktober 2012 voll in den internationalen Euroports-Konzern mit seinen 2600 Beschäftigten in 23 Häfen integriert wurde. In diesem Netzwerk war er auch als Vertriebsdirektor für die deutschen Gesellschaften betraut. Im vergangenen Jahr trat er bereits der Geschäftsführung der Holding bei und verantwortete das operative Geschäft der Firmengruppe.

Da waren die Startprobleme bei den gewachsenen Anforderungen im Papierumschlag zu meistern. Eine Aufgabe, auf die sich die Organisation und die rund 50 zusätzlich georderten Mitarbeiter erst einzustellen hatten und die sie heute mit gestiegener Leistungskraft und guter Qualität auch erfüllen, wie Lentz betont.

In den sieben operativen Tochtergesellschaften von Euroports Germany sind insgesamt 400 Mitarbeiter tätig. Im vergangenen Jahr realisierten sie einen Umsatz von etwa 40 Millionen Euro. Dafür stehen der Im- und Export von rund drei Millionen Tonnen Getreide, 2,7 Millionen Tonnen Flüssiggütern, fast eine Million Tonnen Dünger, rund 900 000 Tonnen Papier und Zellulose, 1,1 Millionen Tonnen Kohle und 567 000 Tonnen Zement zu Buche, um nur einige Beispiele zu nennen. „Eine tolle Leistung unseres Teams“, konstatiert Lentz, der sich auch über das gute Miteinander mit den Kunden freut, die auf die Qualität ihrer Arbeit vertrauen.

Für etwa drei Millionen Euro wurde auch investiert. Die Gelder flossen 2016 unter anderem in die Anschaffung neuer Stapler, Greifer, Kassetten und Zugmaschinen bis hin zur Fertigstellung einer Unterstellhalle für Papier. Noch größere Projekte stehen bevor.

Euroports investiert in einen zweiten Belader und in Förderbandsysteme, die am Liegeplatz 18 einen Umschlag von 1200 Tonnen pro Stunde ermöglichen. Mit den Investitionen von neun bis zehn Millionen Euro wird eine schiffseitige Umschlagkapazität von 50 000 Tonnen pro Tag ermöglicht, die mit dem Bau eines Silos durch ein Ulmer Agrarunternehmen und Bandanlagen ergänzt werden. Bis Mitte des Jahres 2018 soll der neue Belader errichtet sein.

Für den gewachsenen Papierumschlag ist eine weitere etwa 6000 Quadratmeter große Papierhalle zu errichten. Die Vorkehrungen laufen. Ende März sollen die Bauplanungen eingereicht werden, Ende 2017 der Bau beginnen und Anfang 2018 die flexibel erweiterungsfähige Halle fertiggestellt sein.

Karsten Lentz sieht in der Investitionsbereitschaft des Konzerns die guten Leistungen der Beschäftigten des Rostocker Teams gewürdigt.

Von der Größe her sei Euroports Germany in der Unternehmensgruppe die Nummer drei hinter Belgien und Finnland, aber durch die Vielfalt der Gutarten und der Spezifik im Papierumschlag auch Vorzeigebeispiel für andere. Neben der Erweiterung und höherer Effizienz in den angestammten Geschäftsfeldern des Hafenumschlags rückt auch die Logistik ins Blickfeld, wird Mehrwert im Service angesteuert.

Der Manager, der inzwischen in Bad Doberan zu Hause ist, wird mit seinem Team auf diesem Wege eine Menge zu tun haben. In der knappen Freizeit steht die Familie im Mittelpunkt. Gerne verbunden mit allerlei Outdoor-Aktivitäten, wie er betont.

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