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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 10:58 Uhr

Briefmarken : Postporto steigt weiter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Deutschland mailt, chattet und schreibt SMS – das Privatbrief-Geschäft der Post geht seit Jahren zurück.

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 20:17 Uhr

Deutschlands Briefeschreiber müssen sich schon wieder an neue Briefmarken gewöhnen: Nach einem Jahr mit glatten 60 Cent Porto erhöht die Post Anfang 2015 erneut die Preise für den Standardbrief auf 62 Cent. Als Grund nennt sie die deutlich gestiegenen Personalkosten und hohe Investitionen.

Hintergrund ist aber eine seit Jahren anhaltende Entwicklung: Im Zeitalter von Internet, SMS und Messengerdiensten gehen der Post langsam die Briefeschreiber aus. Knapp 7,5 Milliarden klassische Briefe hat die Post 2013 befördert, zehn Jahre zuvor waren es noch 9,2 Milliarden. „Wir verlieren jedes Jahr zwei bis drei Prozent Briefvolumen“, sagt ein Postsprecher. Auf Papier schreiben, Umschlag und Briefmarke suchen, zukleben und zum Briefkasten bringen – das ist vielen Privatkunden offensichtlich zunehmend lästig.

Was die Post noch an Briefen befördert, ist zu 85 bis 90 Prozent Geschäftspost, oft mit Werbung. Um trotz sinkender Zahlen mit ihrem traditionellen Kerngeschäft weiter Geld zu verdienen, hat die Post erheblich rationalisiert: Bis 2012 flossen etwa 400 Millionen Euro in moderne Sortieranlagen. Hier lässt sich nicht mehr viel sparen, deshalb drehen die Bonner an der Preisschraube.

Jeweils Anfang 2013, 2014 und aller Voraussicht nach 2015 gab und gibt es Portoerhöhungen, die offensichtlich recht klaglos hingenommen werden. Die Verbraucherzentrale NRW registriert praktisch keine Beschwerden im Briefbereich, wie eine Sprecherin sagt. Das dürfte auch daran liegen, dass Portokosten in den Portemonnaies der Privathaushalte kaum eine Rolle spielen: Die Ausgaben dafür lagen laut Statistischem Bundesamt nach zuletzt verfügbaren Daten von 2011 gerade einmal bei 4,17 Euro im Monat.

Private Konkurrenten der Post wie Pin Mail oder der Briefdienst-Zusammenschluss Mail Alliance verlangen zwar deutlich weniger für den Standardbrief – bei Pin Mail sind es 55 Cent – sie treten aber zum Teil nur in bestimmten Regionen auf oder konzentrieren sich auf Geschäftskunden.

Die Bundesnetzagentur beziffert den Marktanteil der Post im Briefbereich daher insgesamt auf runde 90 Prozent. Wegen ihrer Marktmacht müssen die Bonner sich Portoerhöhungen nach einem festgelegten Verfahren genehmigen lassen.

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