Mode : Pompöse Roben für die EM

Für jeden EM-Teilnehmer wurde eigens ein Kleid gefertigt.
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Für jeden EM-Teilnehmer wurde eigens ein Kleid gefertigt.

Mit Ballkleidern verzaubert eine mecklenburgische Modedesignerin die Fußballwelt

svz.de von
06. Juni 2016, 12:00 Uhr

Der Rasen als Laufsteg: Bei strahlendem Sonnenschein laufen Models in ausladenden Ballkleidern zum Turnier auf. Vor dem Anpfiff der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich am 10. Juni richtete in Lübeck der TSV Schlutup am Samstag eine Mini-EM der E-Jugend aus. Sportbegeisterte Damen führten dazu die jüngsten Kreationen der Modedesignerin Manuela Offenborn aufs Grün – festliche Brautroben in den Nationalfarben der 24 Teilnehmerländer.

Seit zehn Jahren schon näht die pfiffige Schneiderin aus Herrnburg (Nordwestmecklenburg) rauschende Gala-Gewänder im Fußball-Look. Zur diesjährigen EM schuf sie ihre bislang umfangreichste Kollektion in sportlichen fünf Monaten. Nach den Qualifikationen machte sie sich im Januar an die Arbeit und nähte praktisch Tag und Nacht an ihrer aktuellen Kleider-Riege. Auch die EM-Neulinge Albanien und Wales bekamen ein modisches Dress. Offenborn und ihre Mitstreiter fertigten sieben neue Hochzeitskleider zu 17 bestehenden hinzu.

Bei Island sei ihr ein Fauxpas passiert, wie die Modeschöpferin gesteht. In der Hitze des Gefechts brachte sie die Flaggenfarben durcheinander. Das Kleid musste aufgetrennt und neu zusammengenäht werden. „Das kostete einen Tag Arbeit.“ Besondere Befindlichkeiten verarbeitete sie im Türkei-Trikot. Die Nationalsymbole waren respektvoll oberhalb der Gürtellinie unterzubringen: Den Halbmond stellt ein glitzernder Stehkragen dar, der Stern prangt mittig darunter. „Die Fußballkleider bringen Mode in ihrer schönsten Spielart in eine knallharte Männerdomäne“, sagt Fanfrau Offenborn.

Die Trägerin des schwarz-rot-goldenen Weltmeister-Kleides, Filiz Koc, spielte selbst über Jahre in der Lübecker Damen-Mannschaft. „Fußball verbindet, egal in welcher Form.“ Es sei schade, dass immer weniger Mädchen spielen.

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