zur Navigation springen

Innenministerium : Polizisten verschieben den Ruhestand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bereits 3600 Flüchtlinge leben in MV in Notunterkünften

von
erstellt am 09.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise verschieben ältere Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern ihren Ruhestand. Etwa 30 Anträge auf Verlängerung der Dienstzeit würden von Beamten vorliegen, die kurz vor der Pensionierung stehen, teilte gestern das Innenministerium mit. „Wir rechnen mit weiteren Interessenten“, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Vor zwei Wochen hatte sich das Ministerium intern mit einem Brief an die Polizisten des Landes gewandt. Darin wurde auf die zunehmende Belastung und den verstärkten Einsatz der Landespolizei aufmerksam gemacht, der durch den Flüchtlingszustrom „zwingend erforderlich“ sei. „Dies kann mit dem bestehenden Personalbestand nicht geleistet werden“, heißt es in dem Appell wörtlich. Insgesamt 47 zusätzliche Stellen – befristet bis zum 31. Dezember 2016 – hat das Innenministerium für diese Dienstverlängerungen mit dem Finanzministerium vereinbart.

Außerdem sollen bereits pensionierte Polizeibeamte die Möglichkeit bekommen, befristet in den Polizeidienst zurückzukehren. Die Pensionäre sollen in der Verwaltung helfen und werden über Beraterverträge für ihre Tätigkeit bezahlt.

Auch das Justizministerium meldete am Mittwoch im Rechtsausschuss des Landtages den Mehrbedarf von 18 Richterstellen zur Abarbeitung der vielen Asylklagen an.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte die Initiative des Innenministeriums. „Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen“, sagte GdP-Landesvorsitzender Christian Schumacher. Die derzeit schwierige Situation in der Polizei sei aber auch „das Ergebnis der seit Jahren betriebenen kurzsichtigen Rotstiftpolitik“.

In Mecklenburg-Vorpommern spitzt sich die Unterbringungssituation der Flüchtlinge zu. Die 20 Notunterkünfte für die Erstaufnahme mit inzwischen 3400 Plätzen waren gestern mit 3600 Schutzsuchenden überbelegt. Insgesamt kamen in diesem Jahr bislang 13  260 Flüchtlinge ins Land.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen