Polizei : Polizisten lassen die Puppen tanzen

Bei der Jubiläumsveranstaltung in Rostock zeigen Juliane Auf dem Thie, Guido Nowak und Christian Sofke (v.l) das Stück „Was ist bloß mit Kalle los?“.
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Bei der Jubiläumsveranstaltung in Rostock zeigen Juliane Auf dem Thie, Guido Nowak und Christian Sofke (v.l) das Stück „Was ist bloß mit Kalle los?“.

Kriminalitäts- und Unfallprävention sollte früh beginnen, ist die Meinung vieler Experten. Am besten schon im Grundschulalter. Dies ist die Zielgruppe der Polizeipuppenbühne, die in diesem Jahr 20 Jahre alt wird.

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08. Juni 2015, 20:37 Uhr

Für Mäuserich Kalle, Fridolin Frosch und Schnecke Jette beginnt ein neuer Schultag. Als Kalles Mutter ihn zur Schule schickt, ahnt sie nicht, dass er seine Schulfreundin Jette mobbt. Die Kinder, die bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen der Polizeipuppenbühne des Landeskriminalamts (LKA) Mecklenburg-Vorpommern anwesend sind, lauschen gespannt den Puppenspielern beziehungsweise den Hand- und Klappmaulpuppen. Das Stück „Was ist denn bloß mit Kalle los?“ erlebt gestern seine Uraufführung und soll das Thema „Mobbing“ für Kinder im Alter von vier bis neun Jahren greifbar machen.

„Für die Kinder ist es wichtig zu sehen, dass die Puppen von echten Polizisten gespielt werden“, erklärt Thomas Krense vom LKA. Das gebe den Stücken die nötige Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit. Diese werden gebraucht, um ernsthafte Themen wie Verkehrs- und Kriminalprävention sowie Mobbing anzusprechen und dagegen vorzugehen. „Beim Puppenspiel braucht man keine Spezialeffekte wie im Fernsehen oder am Computer, um die Kinder zu begeistern.“

In ihrem 20-jährigen Bestehen hat sich die Polizeipuppenbühne nach Ansicht von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Präventionsarbeit entwickelt. Die Polizei könne damit gut in Kontakt mit Kindern treten und ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Seit 1995 führt die Bühne mit derzeit vier Puppenspielern jährlich rund 170 Vorstellungen vor gut 10 000 Schulkindern auf. Insgesamt seien seit dem Gründungsjahr 13 Stücke geschrieben worden, in diesem Jahr würden vier davon in Schulen und Kindergärten aufgeführt.

Mobbing sei ein Thema, das Kinder bereits ab der ersten Klasse betrifft, erklärt der Leiter der Puppenbühne, Christian Sofke. Bei den übrigen Stücken geht es beispielsweise um die Bedeutung von Verkehrsfußgängerampeln, das sichere Überqueren der Fahrbahn, das verkehrssichere Fahrrad oder die Notwendigkeit des Fahrradhelms. Seit 2005 werden auch Themen aus dem Bereich der Kriminalitätsprävention wie Diebstahl, Sachbeschädigung oder Körperverletzung behandelt. 

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