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Übergriff in Rostock : Polizist vor Disko verprügelt

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Fünf Schläger wurden bereits ermittelt. Innenminister fordert härtere Strafen.

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2015 | 21:00 Uhr

Wieder massive Gewalt gegen Polizeibeamte: In der Nacht zum Sonntag wurden ein Polizist mit seiner Freundin vor einem Club in der Rostocker Innenstadt brutal zusammengeschlagen und am Boden liegend getreten.  Der 35-jährige Mann musste mit  Nasen- und Jochbeinbruch sowie mit gebrochener Hand und diversen Prellungen ins Krankenhaus, teilte die Polizei gestern mit. Seine 28-jährige Lebensgefährtin, ebenfalls Polizistin, erlitt Prellungen am Kopf und einen Kapselanriss am Finger. Fünf Tatverdächtige wurden bis heute ermittelt. Nach Informationen unserer Redaktion arbeitet der Beamte im Rostocker Kriminalkommissariat.

Er wollte am Sonntag kurz vor zwei Uhr mit seiner Freundin  privat und in Zivil in die Diskothek  am  Rostocker Vögenteich. „Am Einlass des Clubs erkannte ihn ein Türsteher als Polizist und verwehrte ihm aus diesem Grund den Eintritt“, schilderte Isabell Wenzel vom Rostocker Polizeipräsidium gestern den Vorfall.  Möglicherweise kannte man sich durch Ermittlungen in der Rostocker Hooligan-Szene, hieß es. Als sich der Beamte von den Türstehern nicht abweisen lassen wollte, schlug ihm einer der Männer mit der Faust ins Gesicht. 

Doch damit nicht genug. Als sich das Polizistenpärchen zurückzog und auf den Rettungsdienst und die alarmierte Polizei wartete, kamen mehrere vermummte Männer aus dem Club und schlugen und traten brutal auf die Polizisten ein. „Einige dieser Männer waren zuvor als Security-Mitarbeiter des Lokals tätig“, sagte Isabell Wenzel. Die Geschäftsführung des Clubs sagte gestern auf  unsere Nachfrage, dass der Polizist keinen Zutritt bekommen hätte, weil er angeblich in einem stark alkoholisierten Zustand gewesen sei.

Erst am Wochenende zuvor waren bei einem Dorffest bei Teterow zwei Polizisten im Einsatz angegriffen worden. 2014 gab es im Land 537 Gewaltstraftaten gegen Beamte.  Innenminister Lorenz Caffier (CDU) forderte gestern die Einführung eines neuen Straftatbestandes bei Angriffen auf Polizeibeamte mit einer möglichen Höchststrafe von zehn Jahren Haft. Justizstaatssekretärin Birgit Gärtner  sagte  Unterstützung zu.  Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach sich für eine deutliche Strafverschärfung aus. „Polizisten werden sonst immer mehr zum Freiwild“, sagte  GdP-Landeschef Christian Schumacher.  

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