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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 17:47 Uhr

Razzien in MV : Polizist unter Terrorverdacht

vom
Aus der Onlineredaktion

Zwie Männer sollen eine Todesliste mit Personen aus dem linken politischen Spektrum verfasst haben.

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Zwei Männer aus Mecklenburg-Vorpommern stehen unter Terrorverdacht. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen die beiden Beschuldigten wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, wie ein Sprecher der Behörde in Karlsruhe am Montag mitteilte. Die Männer sollen geplant haben, Mitglieder und Sympathisanten der linken Szene zu töten. Dazu sollen sie auch bereits eine Liste mit Namen angelegt haben.

Beamte des Bundeskriminalamtes und der Bundespolizei hatten am Montag mehrere Wohnungen und Geschäftsräume in Rostock, bei Schwerin und Umgebung durchsucht. Dabei kamen auch Spezialeinheiten und Spürhunde zum Einsatz. „Es wurden mehrere Gegenstände sichergestellt“, erklärte der Sprecher der Bundesanwaltschaft. Nähere Details zu den Funden machte er nicht. 

Festnahmen gab es bei den Einsätzen nicht. In beiden Fällen gehen die Ermittler einem Anfangsverdacht nach, wie  der Sprecher der Bundesanwaltschaft weiter erläuterte. Die Durchsuchungen seien angeordnet worden, um die bestehenden Verdachtsmomente zu objektivieren.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge befürchteten die beiden Männer eine Zunahme von Anschlägen bis hin zum Zusammenbruch der staatlichen Ordnung als Folge der Flüchtlingspolitik. Den befürchteten Krisenfall hätten sie als Chance gesehen, gegen Linke vorzugehen. Die beiden Verdächtigen sollen sich für diesen Fall bereits mit Lebensmitteln sowie mit Munition für ihre legal beschafften Waffen eingedeckt haben. Über ihre Absichten sollen sich die Männer, die dem rechten Spektrum zugeordnet werden, mit weiteren Personen in Chat-Gruppen ausgetauscht haben. Wie konkret ihre Planungen wirklich waren, blieb am Montag noch unklar. 

Bei einem der Verdächtigen handelt es sich nach Angaben des Innenministeriums um einen Beamten aus der Polizeiinspektion Ludwigslust. Gegen ihn seien gleichzeitig disziplinarrechtliche Maßnahmen eingeleitet worden, teilte das Ministerium in Schwerin mit. Er wurde vorläufig vom Dienst suspendiert. Eine weitere Durchsuchung fand bei einem Mitglied der Rostocker Bürgerschaft statt.

Politiker der Linken in MV reagierten bestürzt. „Die heutigen Durchsuchungen belegen erneut, dass die Gefahr durch den Rechtsterrorismus in MV nach wie vor akut ist“, sagte der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion Peter Ritter.  Es sei erschütternd, dass einer der Verdächtigen ein Polizist sei .

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