Mecklenburg-Vorpommern : Polizeigewerkschaft fordert bessere Ausbildung gegen Gewalttäter

Christian Schumacher, GdP-Landesvorsitzender
Christian Schumacher, GdP-Landesvorsitzender

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Mecklenburg-Vorpommern ist besorgt über die neuerliche Zunahme von Gewalttaten gegen Polizisten.

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27. September 2018, 17:13 Uhr

Die jüngsten Zahlen belegten, dass der Respekt vor der Staatsgewalt und die Hemmschwelle für Tätlichkeiten sinken. «So müssen Polizisten heute bei alltäglichen Einsätzen mit viel mehr «robustem Widerstand» von jungen Männern rechnen, die es nicht interessiert, dass das polizeiliche Vorgehen vom Recht gedeckt ist», beklagte GdP-Landeschef Christian Schumacher am Donnerstag in Schwerin.

"Richtige Strategien" finden

Das Innenministerium habe zwar über Jahren hinweg sehr viel Geld in eine bessere Ausstattung der Einsatzkräfte investiert. Dabei sei allerdings die kontinuierliche Ausbildung etwas aus dem Blick geraten. Polizisten sollten auch mit gefährlichen Gewalttätern umgehen können, egal ob diese Hieb- oder Stichwaffen, Reizstoffe, Brand- oder Pyrotechnik einsetzen, sagte Schumacher.

Um dies zu erlernen, benötige die Polizei ausreichend Ausbilder und Trainer an der Polizeischule in Güstrow und in den einzelnen Dienststellen. «Die richtigen Strategien im Umgang mit Konfliktsituationen müssen erlernt werden, damit nicht eines Tages gilt: Ich frage nach dem Ausweis und ich bekomme die Faust.»

113 Fälle an der Mecklenburgischen Seenplatte

Nach dem Lagebild des Bundeskriminalamtes, das am Mittwoch in Berlin veröffentlicht worden war, stieg im Nordosten die Zahl der Angriffe auf Polizisten im Vergleich zu 2016 um 3,1 Prozent von 485 auf 500. Im Jahr 2015 waren noch 419 Fälle von Gewalt gegen Vollzugsbeamte registriert worden.

Die meisten gab es laut Schumacher im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 113, nur ein Drittel davon in Nordwestmecklenburg. Bundesweit betrug der Anstieg im vergangenen Jahr 1,1 Prozent. Gemessen an der Bevölkerungszahl ist die Gefahr für Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern, Opfer eines Angriffs zu werden, ebenfalls höher als im Bundesdurchschnitt.

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