Nach Überfall : Polizeieinsatz im linken Kulturzentrum Greifswald

<p>Ein Verbindungsmitglied der katholischen Stundentenvereinigung Alemannia ist in Greifswald angegriffen worden</p>

Ein Verbindungsmitglied der katholischen Stundentenvereinigung Alemannia ist in Greifswald angegriffen worden

Großeinsatz der Polizei in Greifswald mit 95 Beamten: Nach einem Überfall auf ein Mitglied einer katholischen Studentenverbindung durchsucht die Polizei ein alternatives Kulturzentrum. Die Ergebnisse sind mager.

svz.de von
19. Juli 2018, 20:45 Uhr

Nach dem Überfall auf ein Mitglied einer katholischen Studentenverbindung in Greifswald hat die Polizei am Donnerstag das alternative Kulturzentrum Ikuwo sowie zwei Wohnungen in der Hansestadt durchsucht. Es werde gegen einen Verdächtigen wegen des Anfangsverdachts des Raubes ermittelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund, Martin Cloppenburg. Gegen zwei weitere Männer stehe die Begünstigung eines Raubes im Raum. Anfang Juni war ein 25-jähriger Verbindungsstudent vor dem Zentrum angegriffen und geschlagen worden. Dabei sei ihm das Verbindungsband abgenommen worden.

Die Täter flüchteten ins Kulturzentrum. Bei der Suche nach den Verdächtigen war nach Angaben der Polizei den sechs Beamten der Zugang zu den Räumen verweigert worden. Etwa 15 Personen hätten vor dem Eingang eine Kette gebildet. Die Polizei brach den Einsatz ab und zog sich zurück. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 29-jährigen Greifswalder und zwei weitere noch unbekannte Männer, wie Cloppenburg sagte.

Insgesamt waren am Donnerstag 95 Beamte im Einsatz, davon 35 Sicherungskräfte. Im Ikuwo wurden nach Angaben der Polizei keine Beweismittel gefunden, in der Wohnung des 29-Jährigen seien Gegenstände gesichert worden, die aber nicht im Tatzusammenhang stehen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Zudem stießen die Beamten dort auf geringe Mengen Betäubungsmittel.

Das Kulturzentrum reagierte empört auf die Durchsuchung. Der Verein verwehre sich gegen den Versuch einer Kriminalisierung, teilte das Ikuwo mit. Es gebe keinerlei Hinweise, dass der Verein etwas mit dem Vorfall zu tun habe. Das Zentrum hatte sich zehn Tage nach der Tat von dem Vorfall distanziert.

CDU und AfD begrüßten den Polizeieinsatz und wollen den Vorfall zum Thema im Innenausschuss des Landtags machen. „Der Rechtsstaat lässt sich nicht auf der Nase herumtanzen“, sagte die sicherheitspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Ann Christin von Allwörden. Die Durchsuchungen seien ein wichtiges Signal an alle, die meinten, dass das Begehen politisch motivierter Straftaten zu duldender Bestandteil linker Folklore sei. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert