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Mecklenburg-Vorpommern : Polizei zieht zweimal pro Tag die Waffe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einsatz der Dienstpistole in den meisten Fällen gegen verletzte Tiere

In Mecklenburg-Vorpommern setzt die Landespolizei im Durchschnitt fast zweimal pro Tag die Dienstpistole ein. In genau 634 Fällen sei es im vergangenen Jahr zum Schusswaffengebrauch durch Polizeibeamte gekommen. Das geht aus der Antwort des Schweriner Innenministeriums auf eine Anrage unserer Redaktion hervor. Allerding wurde nur in einem einzigen Fall auf einen Menschen geschossen.

Am 21. August hatte in Rostock-Biestow ein Mann seine Frau und seine Tochter mit einem Messer bedroht. Als die Polizei eintraf, ging der Angreifer mit zwei Messern auf die Beamten los. „Erst mit zwei Schüssen konnte er gestoppt werden“, berichtete eine Polizeisprecherin.

Viel öfter setzte die Polizei
dagegen ihre Dienstwaffe gegen gefährliche, kranke oder verletzte Tiere ein. In 630 Fällen schossen die Beamten auf Wildschwein oder Reh. In fast allen Fällen seien die Tiere von ihren Leiden erlöst worden, die sie nach Verletzungen bei Verkehrsunfällen
erdulden mussten, sagte ein Ministeriumssprecher.

Auch bundesweit wird von
Polizeibeamten weit weniger
geschossen als in Kriminalfilmen. Wie aus einer Statistik der Innenministerkonferenz hervorgeht, setzten die Beamten der 16 Landespolizeien und der Bundespolizei 2014 in 46 Fällen ihre Dienstwaffe gezielt gegen Personen ein. Als häufigster Grund wurde Notwehr angegeben. Dabei tötete die Polizei sieben Menschen, 31 weitere wurden verletzt.

Kriminelle setzen Schusswaffen in Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls relativ selten ein. So wurden laut Landeskriminalamt im vergangenen Jahr 31 Straftaten registriert, bei denen auf Personen, Tiere oder Gegenstände geschossen wurde. Unter den Schusswaffenanwendungen waren zehn Körperverletzungsdelikte, vier Bedrohungen, vier Fälle der Jagdwilderei und fünf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Außerdem wurde in 27 Fällen mit einer Schusswaffe gedroht, ohne einen Schuss abzugeben – darunter zehn Raubüberfälle.

In Mecklenburg-Vorpommern befinden sich etwa 81  500 Schusswaffen in privater Hand. Die meisten der 18  000 Besitzer sind Sportschützen oder Jäger. Daneben gibt es eine unbekannte Anzahl von illegalen Waffen.

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erstellt am 17.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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