Abgetaucht : Polizei sucht 905 Straftäter

Kriminelle aus MV auf internationalen Fahndungslisten

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14. März 2014, 07:45 Uhr

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern sucht derzeit nach 905 Kriminellen, die untergetaucht und zur Fahndung ausgeschrieben sind. „Nach einigen wird schon seit Jahren gefahndet“, sagte gestern Michael Schuldt, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA), gegenüber unserer Redaktion.

Unter ihnen auch schwere Verbrecher: Vier Untergetauchte werden wegen Totschlags gesucht. Zwei weiteren Personen wirft die Polizei versuchten Mord vor. Ein anderer soll eine Frau vergewaltigt haben. Neun wird Raub zur Last gelegt.

Auch ein 37 Jahre alter Mann aus Aserbaidschan, der im April 2007 in Schwerin einen algerischen Asylbewerber im Streit erstochen haben soll, wurde sechs Jahre mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er ist erst im vorigen Jahr in Russland festgenommen und dann an Deutschland ausgeliefert worden. Gestern hat vor dem Schweriner Landgericht der Prozess gegen ihn begonnen. Vorerst sind insgesamt 16 Prozesstage bis Mitte Juni geplant.

Zu Beginn der Woche nahm die Polizei einen ebenfalls mit Haftbefehl gesuchten Schläger in Pasewalk fest. Der 27-Jährige wurde in der Nacht zu Dienstag dabei ertappt, wie er mit einem Moped und unter Drogen durch die Stadt fuhr. Der Pasewalker war wegen Körperverletzung 2013 zu einer Haftstrafe verurteilt worden, tauchte jedoch unter.

Die Gesuchten, häufig haben sie sich ins Ausland abgesetzt, sind im bundesweiten Informationssystem der Polizei (Inpol) und im internationalen Schengener Informationssystem (Sis) zur Fahndung ausgeschrieben. Die Intensität der Suche würde sich nach der Schwere des Delikts richten, so der LKA-Sprecher. In schweren Fällen kommen sogar Zielfahnder zum Einsatz. Doch etwa die Hälfte der gesuchten Personen sind laut LKA Kleinkriminelle, die ihre Geldstrafe für Diebstahl, Schwarzfahren oder Verkehrsdelikte nicht bezahlen wollen.

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