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Hansestadt/Landkreis Rostock : Polizei sprengt Drogenring

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Nach langen Ermittlungen hat die Polizei eine Drogenbande auffliegen lassen. Dabei wurden auch Zellen in der Justizvollzugsanstalt Bützow durchsucht. Es gibt Verbindungen zur Rostocker Rockerszene. Die Ermittlungen reichten bis nach Hamburg.

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 12:11 Uhr

Es ist 6 Uhr am Morgen, als die Polizeiwagen bei den „Hells Angels“ vorfahren. Bewaffnete und mit Sturmhauben maskierte Polizisten betreten das Clubhaus am Petridamm, durchsuchen die Räume. Sie fahnden nach Waffen, Drogen, Beweisen für Menschenhandel und Straftaten gegen das Leben.

Die Razzia in Rostock war Teil eines groß angelegten Schlags gegen die Drogen- und Rockerszene in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei wurden nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) gestern drei Personen in Untersuchungshaft genommen.  Die Ermittlungen richteten sich insgesamt gegen fünf Frauen und 16 Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren, die sich zu einem Drogenring zusammengeschlossen haben sollen. Insgesamt wurden 27 Objekte durchsucht, neben Immobilien in Rostock und dem Landkreis Rostock auch eine Wohnung in Hamburg sowie sieben Räume in der Justizvollzugsanstalt Bützow – denn  auch innerhalb der Gefängnismauern sollen laut LKA die illegalen Machenschaften der Gruppierung gelaufen sein. Dabei konnten diverse Drogen und Betäubungsmittel beschlagnahmt werden, darunter 1,6 Kilogramm des verbotenen Aufputschmittels Amphetamin. Außerdem sicherten die Beamten Vermögenswerte des mutmaßlichen Drogenrings sowie 32 000 Euro in Bar.

Die Staatsanwaltschaft Rostock hatte die Durchsuchungen mit umfangreichen Ermittlungen vorbereitet, wie es hieß. An den Razzien gestern waren dann mehr als 200 Polizisten beteiligt. Einmal klickten die Handschellen in der Justizvollzugsanstalt Bützow, zwei der Festnahmen richteten sich gegen Mitglieder  „Hells Angels“.

Verdacht auf Menschenhandel, Förderung der Prostitution, Rauschgift- und Waffenhandel – das Ermittlungsverfahren verdeutliche einmal mehr den kriminellen Hintergrund dieser und vergleichbarer Rockergruppierungen, so das LKA. „Sie sind der organisierten Kriminalität zuzurechnen – insbesondere hinsichtlich des Organisationsaufbaus, der Abschottung sowie der von ihnen begangenen Straftaten“, so ein Sprecher. Um ihre illegalen Ziele zu erreichen und ihre Geschäftsinteressen durchzusetzen, würden sie regelmäßig Gewalt und Einschüchterung anwenden.

Die Rostocker „Hells Angels“ sind schon länger im Visier der Polizei. Zuletzt hatten zum Teil schwer Bewaffnete Beamte im April Mitglieder kontrolliert, die zur Saisonauftaktfeuer anreisten. Die Polizei sieht in der Bekämpfung der Rockerkriminalität einen aktuellen wie auch künftigen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Dazu setzt sie nach eigenen Angaben auf ein landesweit abgestimmtes Vorgehen.

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