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Wie sicher ist MV? : Polizei plant größte Studie zur Sicherheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

8000 Menschen in MV bekommen Fragebögen

von
erstellt am 27.Aug.2014 | 20:53 Uhr

Wie sicher ist Mecklenburg-Vorpommern? Mit der bislang größten Studie wollen das Schweriner Innenministerium und das Landeskriminalamt (LKA) gemeinsam mit der Universität Greifswald und der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Recht in Güstrow das gesamte Ausmaß der Kriminalität im Nordosten untersuchen. Ersmals wollen Wissenschaftler, Kriminalisten und Statistiker damit das so genannte Dunkelfeld aufklären – das sind Straftaten, die nicht angezeigt werden und dadurch in keiner Polizeistatistik und in keiner Auswertung auftauchen. 8000 Mecklenburger und Vorpommern in allen Landkreisen und kreisfreien Städten werden dazu Anfang 2015 befragt. Erste Ergebnisse sollen im Juni 2015 vorliegen. Die Studie kostet 44 000 Euro.

„Im Ergebnisse der Untersuchung werden Daten zum Dunkelfeld einschließlich der Opferwerdung und zur Anzeigebereitschaft der Bevölkerung vorliegen“, so Ingolf Mager, LKA-Direktor. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte, dass mitunter sogar gravierende Straftaten wie beispielsweise Vergewaltigungen und Körperverletzungen aus Scham oder aus Angst vor Repressalien nicht angezeigt werden. Auch die Zahl der Anzeigen bei Diebstählen von Gegenständen mit geringem Wert geht seit Jahren zurück. Das Dunkelfeld ist entsprechend hoch.

Für die Untersuchung verschickt das LKA 8000 Fragebögen per Post. Die Adressaten wurden zuvor durch ein Zufallsprinzip in den Ämtern ermittelt. LKA-Direktor Mager hofft, dass weit mehr als die Hälfte der Angeschriebenen die Fragebögen beantwortet zurückschickt. Die Antworten werden anonym behandelt.

Bei der Befragung konzentriere man sich auf bestimmte Deliktsbereiche, sagte Mager. Dazu gehörten der Diebstahl von Fahrrädern ebenso wie Wohnungseinbrüche, Kriminalität im Internet, gewaltsamer Raub, Körperverletzungen, Sexualstraftaten oder Sachbeschädigungen, etwa durch Graffiti.

Laut Innenminister Caffier sollen die Untersuchungsergebnisse für die künftige Einsatzplanung genutzt werden: „Wo muss man Personal verstärken, wo umschichten?“
 

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