Sicherheit in MV : Polizei ohne Maschinenpistolen

Wachsam und ohne Übertreibungen – Polizeistreife auf dem Weihnachtsmarkt
Wachsam und ohne Übertreibungen – Polizeistreife auf dem Weihnachtsmarkt

Auf Weihnachtsmärkten in MV wird es trotz Terrorgefahr keine schwer bewaffneten Streifen geben.

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18. November 2015, 20:14 Uhr

Trotz Terrorgefahr – Weihnachtsmärkte und andere Großveranstaltungen werden nach derzeitigem Stand in Mecklenburg-Vorpommern wie geplant stattfinden. Gestern gab es zwischen Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und den Polizeiführern im Land eine Telefonkonferenz, auf der die Sicherheitsmaßnahmen abgestimmt wurden.

„Stark aufgerüstete und schwer bewaffnete Weihnachtsmarkt-Streifen der Polizei wird es in Mecklenburg-Vorpommern nicht geben“, sagte danach Michael Teich, Sprecher des Innenministeriums. Hinweise für eine konkrete Gefährdung von Weihnachtsmärkten oder sonstigen geplanten Veranstaltungen im Land würden gegenwärtig nicht vorliegen. „Insofern besteht nicht das Erfordernis, die ohnehin schon geplanten Maßnahmen noch zu erhöhen“, so Teich. Die Weihnachtsmärkte im Land, insbesondere die in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Greifswald seien auch in den letzten Jahren schon durch die Polizei mit sichtbaren, aber auch verdeckten Maßnahmen begleitet worden. „Die Sicherheitslage in Mecklenburg-Vorpommern hat sich nicht verschärft, aber es gilt erhöhte Wachsamkeit“, resümierte der Ministeriumssprecher. Die Polizei sei auf alle Eventualitäten eingestellt.

Nicht äußern wollte sich das Innenministerium zur derzeit laufenden Überprüfung der so genannten Gefährder. 420 dieser radikalen Islamisten sollen sich in Deutschland aufhalten. Knapp ein Dutzend lebt angeblich in Mecklenburg-Vorpommern. Bestätigt wurde diese Zahl offiziell bislang nicht. Seit dem Anschlag in Paris untersuchen Polizei und Verfassungsschutz in allen deutschen Bundesländern die Aufenthaltsorte und Kontakte dieser Personen.

Sichtbar aufgerüstet hat die Bundespolizei in Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Wochenende tragen die Beamten des Bundes Maschinenpistolen bei größeren Einsätzen, bestätigte gestern Polizeisprecher Matthias Menge. Für die Polizisten an der Grenze zu Polen sei schwerere Bewaffnung bislang aber nicht vorgesehen, so Menge.

Die Landespolizei verzichtet bislang dagegen auf das offene Tragen von Maschinenpistolen. Diese Waffen befinden sich bei Einsätzen aber in der Regel im Fahrzeug.

Auch die Städte haben bislang keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen geplant. In Schwerin ist eine Entscheidung allerdings noch offen. „Die Stadtverwaltung befindet sich in Konsultationen mit der Polizei und dem Innenministerium, um sich darüber zu verständigen, ob zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für den Weihnachtsmarkt erforderlich sind“, sagte Michaela Christen, Stadtsprecherin. Die Entscheidung darüber soll bis zum Wochenende fallen. Fest stehe dagegen, dass der kommunale Ordnungsdienst der Stadt wie in jedem Jahr die so genannte Weihnachtsmarkt-Streife gemeinsam mit der Polizei durchführen wird.

Stefan Salow, Polizeisprecher der Landeshauptstadt: „Wir werden zudem die Standbetreibern für alle mögliche Gefahren sensibilisieren.“ Besucher sollten Koffer oder Taschen nicht herrenlos herumstehen lassen. Der Schweriner Weihnachtsmarkt beginnt wie der in Rostock am kommenden Montag.

Auch in der Hansestadt sind bisher keine zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen geplant. „Ordnung und Sicherheit auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt standen auch in den vergangenen Jahren schon in besonderem Fokus“, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die Großmarkt Rostock GmbH hat als Veranstalter aber veranlasst, dass es in diesem Jahr mehr Streifen auf dem Weihnachtsmarkt geben wird. Anlass ist jedoch nicht die Terrorgefahr, sondern die Randale von 100 Hansa-Hooligans, die am vergangenen Wochenende durch die Innenstadt gezogen waren und dabei zahlreiche der im Aufbau befindlichen Buden beschädigt hatten.

Der Fußballverein Hansa Rostock hat für das nächste Heimspiel in der kommenden Woche gegen Mainz ebenfalls keine zusätzlichen Maßnahmen geplant. „Aktuell gibt es keine Veränderungen am Sicherheitskonzept“, sagte der Sicherheitsbeauftragte Sebastian Zech. Man sei aber jeder Zeit in der Lage, anlassbezogen zu reagieren.



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