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Gewerkschaft gibt Einblicke : Polizei im Umbruch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landesdelegiertentag der GdP in Rostock. Die Gewinnung von Nachwuchs wird immer schwieriger

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern steht nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in den kommenden Jahren vor großen Umbrüchen und Herausforderungen. So wird in den nächsten vier Jahren etwa jeder sechste Polizeibeamte im Land aus Altersgründen in den Ruhestand gehen. „Die derzeitigen Ausbildungskapazitäten reichen bei Weitem nicht aus“, warnte der wiedergewählte Landesvorsitzende der GdP, Christian Schumacher, auf dem Landesdelegiertentag, der gestern in Rostock zu Ende ging. Der Ausbildungsstandort Güstrow müsse deshalb personell und materiell gestärkt werden.

Nach den Terroranschlägen rüsten nahezu alle Bundesländer ihre Polizeiorganisationen auf. „Diese Konkurrenzsituation bei der Suche nach den besten Kräften macht es immer schwieriger, die erforderliche Anzahl von Nachwuchs zu gewinnen“, heißt es in den auf dem Delegiertentag verabschiedeten Leitlinien. Die GdP fordert mehr Werbung für den Polizeiberuf in Mecklenburg-Vorpommern. Außerdem müsse die Arbeit der etwa 6000 Beamten und Angestellten bei der Polizei attraktiver gestaltet werden. „Die Chancen auf Beförderung müssen dringend verbessert werden“, forderte die CDU-Landtagsabgeordnete Ann Christin von Allwörden, die selbst Polizeibeamtin ist.

Der GdP-Landesverband hat mehr als 3000 Mitglieder. Jeder zweite Polizist ist in der Interessenvertretung organisiert.

Ein weiteres bestimmendes Thema in Rostock war die Gewalt gegen Polizeibeamte. 668 tätliche Angriffe auf Polizisten registrierte das Innenministerium im vergangenen Jahr im Land. Das waren 20 Prozent mehr Fälle als noch 2015. „Respektlosigkeit und und das immer häufiger auftretende reflexartige Infragestellen polizeilichen Handelns durch manche Bürgerinnen und Bürger werden von der GdP mit Sorge festgestellt“, formulierte der Landesverband in seinen Leitlinien. Die Strafen bei Angriffen auf Beamte wurden durch den Gesetzgeber Ende vergangenen Jahres zwar angehoben. Doch habe die Justiz den Strafrahmen auch vor der Gesetzesänderung selten ausgeschöpft, war der Tenor der Delegierten in Rostock.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 06:25 Uhr

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