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Neubrandenburger Polizeiinspektion : Polizei fängt Meisterdieb

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Mit mehr als 400 Einbrüchen sei jetzt die wohl größte Diebstahlsserie in MV aufgedeckt worden, sagt Neubrandenburgs Kripo-Chef Rieger. Der Täter, Detlef M. wohnt in einem kleinen Dorf bei Malchin.

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erstellt am 30.Apr.2011 | 11:46 Uhr

Neubrandenburg | Im Depot der Neubrandenburger Polizeiinspektion türmen sich zwei Lkw-Ladungen Diebes- und Hehlergut übereinander: Der Raum ist vollgestopft mit jeder Menge Reifensätzen, Elektro- und Gartengeräten, Werkzeugen, Fahrrädern, Bootsmotoren und massenweise Benzinkanister. "Wir mussten zur Sicherstellung gleich mehrmals mit Lastkraftwagen das Privatgehöft des mutmaßlichen Täters anfahren", sagt Ermittler Günter Gromoll, dessen Team drei Jahre lang nach dem mysteriösen Täter gefahndet hatte.

Mit mehr als 400 Einbrüchen sei jetzt die wohl größte Diebstahlsserie in Mecklenburg-Vorpommern aufgedeckt worden, sagt Neubrandenburgs Kripo-Chef Norbert Rieger. Der Täter, Detlef M. wohnt in einem kleinen Dorf bei Malchin. Er war bereits am 1. März in Stavenhagen vom Mobilen Einsatzkommando des Landeskriminalamtes (LKA) festgenommen worden. Kurz zuvor war der Verdächtige dabei beobachtet worden, wie er Gasflaschen und ein abgeschlossenes Kinderfahrrad vor einem Hauseingang in Neubrandenburg gestohlen hatte.

Angefangen hatte alles im Jahre 2008. Damals soll der arbeitslose 55-Jährige, der den Angaben zufolge anfangs offenbar recht gut vom Sammeln von Sperrmüll und Schrott gelebt hatte, die ersten Garagen in Neubrandenburg aufgebrochen haben. Im Laufe der Zeit sei der offenbar kleptomanisch veranlagte Tatverdächtige immer raffinierter vorgegangen, sagt Norbert Rieger. Teilweise getarnt mit Bart oder Damenperücken, verschaffte er sich tagsüber mit Kuhfuß, Bolzenschneider und Brechstange Zugang zu Garagenkomplexen, auch in den Regionen Rostock, Greifswald, Demmin und Neustrelitz. In Spitzenzeiten soll er pro Monat 30 Garagen ausgeräumt haben.

Auf die Spur kamen die Ermittler dem Tatverdächtigen zunächst durch Zeugen, die den Mann und sein mit unterschiedlichen Kennzeichen versehenes Fahrzeug beschrieben hatten. Im Oktober vergangenen Jahres ertappte ihn die Polizei in Rostock auf frischer Tat. "Aus ermittlungstaktischen Gründen ließen wir ihn wieder laufen", erklärt Chefermittler Gromoll. "Wir wollten wissen, wo er das Diebesgut lagerte und an wen er es später verkaufte." Es folgte eine wochenlange Überwachung, zu der auch das Landeskriminalamt herangezogen wurde. Eine Telefonüberwachung schied aus rechtlichen Gründen aus.

Nach seiner Festnahme soll der Mann weitgehend geständig gewesen sein. In einem ersten Verfahren am Amtsgericht Neubrandenburg wurde er Mitte April zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Fall sei aber längst nicht abgeschlossen, sagt Kripo-Chef Rieger. Jetzt müsse das sichergestellte Diebesgut seinen jeweiligen Besitzern zugeordnet werden. Zudem gebe es Hinweise auf Werkstätten und polnische Händler, an die Detlef. M. Teile seiner Beute verkauft haben soll.

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