Geldbußen bis 2500 Euro für Drückeberger : Polizei fährt Schwänzer zur Schule

Auch junge Schüler schwänzen die Schule. Foto: Archiv
Auch junge Schüler schwänzen die Schule. Foto: Archiv

Im Land steigt die Zahl der Schulschwänzer. Schulämter wie Neubrandenburg, Schwerin, Rostock und Greifswald haben die Möglichkeit, Verstöße zu ahnden. Das lässt Geldbußen bis 2500 Euro zu oder die Polizei hilft nach.

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07. September 2012, 06:23 Uhr

Schwerin | Im Land steigt die Zahl der Schulschwänzer. 381 Drückeberger mit mehr als 20 unentschuldigten Fehltagen hat das Bildungsministerium im Schuljahr 2008/09 registriert, zwei Jahre später waren es 492. Die Statistik für das vergangene Schuljahr ist zwar noch nicht komplett, doch wurden bereits 57 Fälle erfasst, in denen die Staatlichen Schulämter Sanktionen gegen Schwänzer beziehungsweise deren Eltern verhängt haben.

Paragraf 49 des Landesschulgesetzes beschreibt die "Pflicht der Erziehungsberechtigten, für die Einhaltung der Schulpflicht" zu sorgen. Die Schulämter Neubrandenburg, Schwerin, Rostock und Greifswald als Aufsichtsbehörden haben die Möglichkeit, Verstöße zu ahnden. Laut Paragraf 50 können Schüler "zwangsweise zur Schule gebracht werden". In Polizeikreisen wird das kritisch gesehen: Wer mit dem Streifenwagen zur Schule rollt, kann sich zweifelhafter Aufmerksamkeit sicher sein - und bei nächster Gelegenheit wieder verschwinden. Paragraf 139 stuft vorsätzliche oder fahrlässige Verstöße gegen die Schulpflicht als Ordnungswidrigkeiten ein und lässt Geldbußen bis zu 2500 Euro zu. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) hält den Maßnahmenkatalog für ausreichend. "Weiterer Handlungsbedarf wird nicht gesehen", sagte er.

Außerhalb der Landesgrenzen hat die Politik das Thema für sich entdeckt und will den Drückebergern Beine machen: Hamburgs Bildungssenator steckt hartnäckige Bummelanten in den Jugendarrest. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert, Eltern von Schulverweigerer unter Druck zu setzen, etwa mit Kürzungen beim Kindergeld oder Geldbußen. Vom Deutschen Städte- und Gemeindebund gab’s dafür Zustimmung. "Unsere Mitglieder haben mit den Folgen der Schulverweigerung zu kämpfen", erklärte Thomas Deitersvom Städte- und Gemeindetag in Mecklenburg-Vorpommern. Ein fehlender oder mangelhafter Schulabschluss verschlechtere die Ausbildungs- und Berufschancen. Das könne letztlich zu einer Belastung der sozialen Sicherungssysteme führen, schlussfolgerte er.

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