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Sicherheit MV : Polizei erwischt weniger Schleuser

vom
Aus der Onlineredaktion

Die meisten nach MV geschleusten Menschen kommen aus Russland

von
erstellt am 21.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Die Aktivitäten von Schleuserbanden sind in Mecklenburg-Vorpommern seit 2015 deutlich zurückgegangen. Trotz mehrerer Razzien im Rostocker Hafen und an der polnischen Grenze sind der Polizei in diesem Jahr bisher lediglich zwölf Schleuser ins Netz gegangen, wie die Bundespolizei gegenüber unserer Redaktion mitteilte.

Im Jahr der Flüchtlingskrise 2015 waren es noch 35 Kriminelle, die im Nordosten beim illegalen Schleusen von Flüchtlingen festgenommen wurden. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei ebenfalls zwölf Festnahmen. „Bei den festgestellten Schleusern handelte es sich in diesem Jahr zumeist um polnische, russische und lettische Staatsangehörige“, sagte Matthias Menge, Sprecher der Bundespolizei.

Die Zahl der geschleusten Menschen ist ebenfalls deutlich zurückgegangen. 41 Geschleuste wurden bei der illegalen Einreise ertappt. 135 Menschen waren es im Jahr 2015 und 47 im vergangenen Jahr. Gründe für den Rückgang sind nach Auffassung der Polizei die Schließung der Balkanroute und das Abebben des Flüchtlingszustroms. Im ersten Halbjahr 2017 stellten insgesamt 1908 Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern einen Asylantrag, so viele wie Ende 2015 in einem Monat.

Die meisten Geschleusten kommen nicht mehr wie in den vergangenen Jahren aus Syrien oder dem Irak. „Inzwischen haben wir es überwiegend mit russischen Staatsangehörigen zu tun“, berichtete Polizeisprecher Menge.

Die meisten sind Tschetschenen. Ihre Anerkennungsquote als Asylberechtigte liegt in Deutschland derzeit zwischen drei und vier Prozent. Ziel der Geschleusten ist neben Deutschland auch Skandinavien. Die Summen, die sie an Schleuser bezahlen, seien nach wie vor horrend. „In Vernehmungen werden Beträge zwischen 5.000 und 10.000 Euro für eine Schleusung genannt“, so Menge.

 

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