Verkehrssicherheit : Polizei erwischt 8420 Handy-Sünder

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Telefonieren, simsen, surfen am Steuer: Zahl der Verstöße in MV seit 2011 fast verdoppelt.

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07. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Obwohl eine saftige Strafe von 60 Euro und ein Strafpunkt in Flensburg drohen, werden in Mecklenburg-Vorpommern tausende Autofahrer mit einem Handy am Ohr erwischt. Nach Informationen aus dem Schweriner Innenministerium stoppte die Polizei in diesem Jahr bereits 8420 Handy-Sünder. Im gesamten Jahr 2015 waren es 9270 Verstöße – fast doppelt so viele wie 2011 als noch 4968 Personen während der Fahrt mit dem Mobiltelefon am Ohr erwischt wurden.

„Die Polizei stellt oft fest, dass im Auto nicht nur telefoniert, sondern auch gesurft, gemailt und gesimst wird“, sagte Michael Teich, Sprecher des Innenministeriums. Die Folgen für die Verkehrssicherheit sind dramatisch. Denn wer bei Tempo 50 den Blick nur für zwei Sekunden von der Straße abwendet, fährt mehr als 20 Meter im Blindflug. Der ADAC schätzt, dass jeder zehnte Unfall, bei dem ein Mensch zu Schaden kommt, durch Ablenkung ausgelöst wird. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist das Telefonieren während der Fahrt genauso gefährlich wie das Fahren mit 0,8 Promille. Wer eine SMS schreibt, reagiere genauso eingeschränkt wie etwa mit 1,1 Promille.

Nach einer Umfrage der DA Direkt Versicherung nutzen 30 Prozent der Deutschen am Steuer ihr Mobiltelefon. Besonders häufig greifen Autofahrer in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zum Handy, wo 68 bzw. 64 Prozent von ihnen zugeben, unterwegs zu telefonieren.

Zugenommen hat in Mecklenburg-Vorpommern auch die Zahl der telefonierenden Radfahrer. 829 Verstöße registrierte die Polizei in diesem Jahr bisher – hier droht ein Verwarngeld von 25 Euro.

Das Bundesverkehrsministerium plant eine Strafverschärfung für Handy-Sünder. Wer das Mobiltelefon im Auto verbotswidrig nutzt, muss künftig mit 100 statt 60 Euro Strafe rechnen. Wer zusätzlich den Straßenverkehr gefährdet, soll sogar 150 Euro zahlen und erhält außerdem einen Monat Fahrverbot.

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