Nach MEK-Einsatz in Lutheran : Polizei-Einsatz ohne Absprache mit MV-Behörden

Der Schuss fiel mitten im Dorf Lutheran.
1 von 4

Der Schuss fiel mitten im Dorf Lutheran.

MEK schießt bei einem Einsatz einem Mann ins Auge. Dabei ist er gar nicht der Gesuchte. Und der Einsatz war mit der örtlichen Polizei nicht abgestimmt.

svz.de von
23. März 2016, 14:47 Uhr

Der umstrittene Einsatz eines Mobilen Einsatzkommandos der Hamburger Polizei in Lutheran bei Parchim mit einem Schwerverletzten ist ohne Absprache mit den Behörden in Mecklenburg-Vorpommern erfolgt. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervor.

Danach hatte die Hamburger Polizei bei ihrer Suche nach einem verurteilten Straftäter, der seine Haftstrafe nicht angetreten hatte, zunächst ein Amtshilfeersuchen an die Behörden im Nordosten gestellt. Die Landespolizei wurde demnach am 10. Februar gebeten, den Mann in Plau am See festzunehmen. Ein Spezialeinsatzkommando überwältigte drei Bauarbeiter auf einer Baustelle, in deren Nähe der Wagen des Gesuchten stand. Der Mann war aber nicht dabei.

Zwei Tage später rückte dann ein Mobiles Einsatzkommando aus Hamburg an. In Lutheran stoppten die Beamten den Wagen des Gesuchten, in dem aber zwei andere Männer saßen. In der Annahme, dass der Fahrer flüchten wollte, schoss ein Beamter und verletzte den Mann schwer. Er verlor ein Auge.

Der Innenexperte der Linken, Peter Ritter, sagte, das Vorgehen spreche nicht gerade für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Polizei aus den einzelnen Bundesländern. „Spätestens seit dem NSU-Terror müsste man aber wissen, wie wichtig das ist.“ Das Innenministerium wollte sich nicht weiter äußern. Der Gesuchte hat sich inzwischen gestellt und seine Haft angetreten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen