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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 14:32 Uhr

Politischer Fehlstart

vom

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2012 | 08:58 Uhr

Die Rostocker Leistungssportlerin Nadja Drygalla rudert weiter auf einer Welle öffentlicher Empörung. Sollte sie am Sonntag nach ihrem ersten offiziellen Statement zu ihrem vorzeitigen Olympia-Aus und ihrer Beziehung zum ehemaligen NPD-Landtagskandidaten Michael Fischer noch gehofft haben, damit ruhigere Fahrwasser zu erreichen, hat sie gestern der Strudel wieder eingeholt. Denn der Wettkampf von Politik, Sportfunktionären und Verbandsspitzen um Schuldzuweisungen und Verteidigungsaktionen scheint noch nicht beendet.

Umso wohltuender da die Worte von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière. Besonnen, ja nahezu behutsam setzte der CDU-Politiker gestern ein Achtungszeichen inmitten aller Hysterie. Und zwar mit einer Reihe von Fragen: Steht es uns als Öffentlichkeit eigentlich wirklich zu, den Freundeskreis von Sportlerinnen und Sportlern zu screenen, zu gucken, was da los ist? Müssen wir von ihnen verlangen, dass sie offenbaren, mit wem sie befreundet sind, was die denken? Und wo ist da die Grenze? Politiker und Funktionäre täten gut daran, sich ein paar mehr Gedanken darüber zu machen als zu versuchen, sich wieder einmal auf Kosten anderer reinzuwaschen.

Nadja Drygalla hat rechtsextremes Gedankengut unmissverständlich von sich gewiesen. Das mag stimmen oder auch nicht. Aber wa rum sollte man ihr nicht glauben? Und noch etwas: Die Rostockerin ist gerade mal 23 Jahre alt und wird - abgesehen von ihren sportlichen Ambitionen - ähnliche Probleme haben wie viele andere junge Leute. Wer nur über sie redet und nicht mit ihnen, darf sich nicht wundern, disqualifiziert zu werden.

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