Zurück in die Nacht des Schreckens

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12. September 2008, 10:58 Uhr

Rostock | Schwarze Kleidung, weiße Handtasche, einen beschützenden, jungen Mann an der Seite: So betrat Nicole L. gestern um 9.30 Uhr den Saal 211 des Landgerichtes Rostock. Ihr Ziel: die Anklagebank. Die 18-Jährige muss sich wegen versuchten Mordes verantworten. In der Nacht vom 1. zum 2. März 2008 hatte sie in Lüttenklein auf den damals 21-jährigen Hannes Davenport eingestochen. Der Student überlebte die sieben Zentimeter lange Messerklinge. Sie traf genau sein Muskelfleisch zwischen Niere, Lunge und Wirbelsäule. Die Wunde wurde genäht, zwei Wochen später konnte Davenport wieder Fußball spielen.

Weil er genau das gerne macht, hatte Lorenz Caffier ihn und seine beiden Freunde zu einem Hansa-Spiel eingeladen. Der Innenminister wollte honorieren, dass Davenport sowie Robert und Fabrice Bang die Randale der Angeklagten Nicole L. und ihrer Mitstreiter in der Straßenbahn nicht akzeptierten und eingriffen. Erst dadurch war Nicole L. auf Davenport, den sie erst angriff, als eigentlich schon alles vorbei war, aufmerksam geworden. Gestern mussten sich die Opfer - Fabrice erlitt ein Schädel-Hirntrauma, Bruder Robert verlor einen Vorderzahn - noch einmal mit der Schreckensnacht auseinandersetzen. Hautnah sogar, denn die Angeklagte musste auf dem Weg in den Gerichtssaal an den drei Männern vorbeigehen.

Sonja Dilling, Sprecherin des Landgerichts, geht davon aus, dass die vier angesetzen Verhandlungstermine ausreichend sind. Wird Nicole L. am letzten Termin, dem 22. September, verurteilt, verlässt sie das Gericht mit maximal zehn Jahren Freiheitsstrafe. Mitverhandelt wird auch eine Schlägerei, in die Nicole L. 2007 verwickelt war. Die Anklage: "gefährliche Körperverletzung".

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