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Betreuung : Zulauf im Kindergarten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fast alle Drei- bis Sechsjährigen besuchen in MV inzwischen eine Kita

svz.de von
erstellt am 17.Aug.2014 | 20:15 Uhr

Die ohnehin gute Nutzung von Kitas in MV hat sich im zurückliegenden Jahr nochmals erhöht. Nach Angaben das Sozialministeriums in Schwerin werden 97,3 Prozent der drei- bis sechsjährigen Kinder im Land in einem Kindergarten oder von einer Tagesmutter betreut – ein Jahr zuvor waren es 96 Prozent. Auch die Krippen verzeichnen Zulauf. Von 54,5 auf 55,3 Prozent stieg die Betreuungsquote der unter Dreijährigen. „Damit verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern jeweils eine der bundesweit höchsten Quoten. Die Angebote werden sehr gut angenommen. Das zeigt, dass unser Weg richtig ist“, betonte Sozialstaatssekretär Nikolaus Voss (SPD).

Anders als in vielen anderen Bundesländern werde eine ganztägige Betreuungszeit gewährleistet. „Die meisten Einrichtungen sind zehn Stunden geöffnet, manche auch länger. Das kommt Eltern entgegen, die nach der Geburt ihrer Kinder ihren Beruf weiter ausüben wollen und so flexibler in der Zeitgestaltung sind“, erläuterte Voss. Das Land unterstütze junge Eltern, indem es seit nunmehr zwei Jahren für Ganztags-Krippenplätze jeweils 100 Euro im Monat zuschieße und so die Elternbeiträge erheblich reduziere.

Besonders gefragt waren Einrichtungen in den großen Städten Rostock und Schwerin, in denen fast sechs Prozent mehr Kinder betreut werden, als dort in diesen Altersgruppen leben. Grund sind laut Voss Einpendler, die ihre Sprösslinge auf dem Weg zur Arbeit in den Betreuungseinrichtungen abgeben. So weisen die „Kragenkreise“ Rostock-Land und Ludwigslust-Parchim mit jeweils etwa 93 Prozent rechnerisch deutlich geringere Betreuungsquoten auf. In kleinen Landgemeinden mit wenigen Kindern stellten häufig Tagesmütter die Betreuung sicher, sagte Voss.

Die jüngste Kritik der Bertelsmann Stiftung an den Gruppengrößen in den Kitas des Landes nahm Voss gelassen. Die Berechnungen basierten auf unterschiedlichen Angaben. Während andere Bundesländer auch Hilfskräfte einbezögen, würden in MV nur qualifizierte Erzieherinnen gezählt. „Außerdem geben wir zusätzliches Geld, damit die Betreuungsschlüssel weiter gesenkt werden können. Die Kitas haben dabei große Handlungsspielräume, wie sie das im Interesse der Kinder umsetzen. Das kann so aussehen, dass in den Kernzeiten mehr Betreuer da sind“, erläuterte Voss. Die Bertelsmann Stiftung hatte errechnet, dass für eine hochwertige frühkindliche Bildung in den Kitas in MV 6700 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher nötig wären. Das würde die Personalkosten auf 581 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Nach Angaben der Stiftung ist in MV eine Erzieherin im Kindergarten durchschnittlich für 14,9 Kinder zuständig. Das seien fünf Kinder mehr als im Bundesdurchschnitt.


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