zur Navigation springen

Bildung : Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss sank um ein Drittel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss hat sich in Mecklenburg-Vorpommern seit 2008 um ein Drittel verringert. Im Vorjahr verließen 10,3 Prozent der Schüler die Schule ohne Berufsreife, wie aus vorläufigen Daten des Bildungsministeriums hervorgeht. Fünf Jahre zuvor waren es noch 15,8 Prozent gewesen. Trotz des Rückgangs weist MV aber noch immer die höchste Quote bundesweit auf. Doch wertet Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) den Trend als positives Zeichen. „Ministerpräsident Erwin Sellering hat 2008 in seiner ersten Regierungserklärung das Ziel formuliert, die Quote bis 2020 zu halbieren. Das wären knapp 8 Prozent. Mehr als die Hälfte des Weges ist bereits heute geschafft. Wir verzeichnen den besten Wert und den stärksten Rückgang seit 2006. Wir sind aber längst nicht am Ziel“, sagte Brodkorb gestern. Bundesweit lag die Quote nicht ausbildungsreifer Schulabgänger 2012 bei 5,9 Prozent.

Der Minister äußerte sich zuversichtlich, dass im Nordosten die Zahl der Jungen und Mädchen ohne Schulabschluss weiter gesenkt werden kann. „Wir haben keine Probleme aufseiten der Lehrer oder Schüler. Wir haben im Land ein institutionelles Problem“, erklärte Brodkorb.

In keinem anderen Bundesland besuchten so viele Kinder Förderschulen, an denen sie aufgrund rechtlicher Reglementierungen häufig keinen Abschluss erwerben können. Gerade ein knappes Drittel der 1200 Schüler, die im Vorjahr ohne Berufsreife blieben, lernte laut Brodkorb an Regional- oder Gesamtschulen und schaffte dort den Abschluss nicht. Nur 12 von 40 Förderschulen aber böten für lernschwache Schüler die Berufsreife an.

Voraussetzung sei, dass es je Jahrgangsstufe drei Klassen gebe. „Ein Anachronismus, wenn man die Entwicklung der Schülerzahlen seit den 90er-Jahren sieht“, sagte Brodkorb und kündigte Änderungen für das Schuljahr 2014/15 an.

Doch schon im laufenden Schuljahr sollen mehr Schüler an Förderschulen die Chance auf einen anerkannten Abschluss erhalten, der den nahtlosen Übergang zur Berufsausbildung ermöglicht. Die bisherige Perspektive motiviere kaum, sich anzustrengen. „Wir müssen raus aus dieser Sackgasse“, betonte der Minister.

So böten im Modellversuch vier zusätzliche Förderschulen in einem freiwilligen zehnten Schuljahr Kurse für die Berufsreife an. „Die Rückmeldungen stimmen optimistisch. Zum neuen Schuljahr sollen 20 Standorte solche Angebote machen“, sagte Brodkorb. Zudem gebe es sogenannte Vorlaufklassen, in denen Schüler ab Klasse sieben systematisch und mit zusätzlicher Betreuung auf die Berufsreife vorbereitet würden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen