Landespolitik : Youtube-Star bald im Landtag

Typisch Schlotmann: Als Minister immer mit den Leuten im Gespräch –  die Zigarette durfte nicht fehlen.
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Typisch Schlotmann: Als Minister immer mit den Leuten im Gespräch – die Zigarette durfte nicht fehlen.

Ex-Minister Schlotmann legt auch Landtagsmandat nieder. Jungpoltiker Dahlemann soll nachrücken

svz.de von
07. März 2014, 07:40 Uhr

Der frühere Energie- und Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) zieht sich komplett aus der Landespolitik zurück. Er hat nach Kenntnis unserer Zeitung gestern Landtagspräsidentin Silvia Bretschneider (SPD) die Niederlegung seines Landtagsmandats zum Ende dieses Monats erklärt.

Nachrücker für den langjährigen Abgeordneten wird laut Landesliste der vorpommersche Jungpolitiker Patrick Dahlemann. Der hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht mit dem Video seines couragierten Auftritts auf einer NPD-Kundgebung in Torgelow (wir berichteten).

Schlotmann bezeichnete es als schmerzlich, nach 20 Jahren aufreibender Arbeit alles hinter sich zu lassen. „Aber es fällt mir insofern nicht schwer, als ich so zur Mitte der Legislatur diesem talentierten Nachwuchspolitiker ermögliche, sich bis zur Wahl zu profilieren.“

Schlotmann war am 10. Dezember 2013 nach mehreren gesundheitlichen Einschnitten als Minister zurückgetreten. Zuvor war aus Parteikreisen hartnäckig Unmut kolportiert worden über seine „Performance“ als Minister.

Schlotmann galt als wesentlicher „Strippenzieher“ vor und während der bundesweit ersten rot-roten Koalition. Davor hatte er den Untersuchungsausschuss zu Affären im Innenministerium geleitet. Als Sekretär diente ihm übrigens der heutige Regierungschef Erwin Sellering. 1996 wurde Schlotmann Parlamentarischer Geschäftsführer, 1998 dann Vorsitzender seiner SPD-Fraktion.

Der Binnenschiffer und studierte Gewerkschafter verweigert sich gern den Ritualen des Polit-„Establishments“, galt zunehmend als inkompatibel mit der immer mehr auf Außenwirkung setzenden Regierungslinie.

Politisch etablierte er mit früher Bürgerbeteiligung für große Infrastrukturvorhaben neuartige Ansätze. Verkehrspolitisch hatte er unpopuläre Entscheidungen etwa bei Ausschreibungen für den Bahn-Nahverkehr oder zu Projekten aus dem Bundesverkehrswegeplan umzusetzen. Dies trug ihm Kritik von Bürgerinitiativen ein. Andererseits scheiterte Schlotmann mit einigen Vorstößen – etwa zur Flughafenfinanzierung – teils an eigenen Parteigremien.

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