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Ehrenamts-Card : Würdigung fürs Ehrenamt noch in Kinderschuhen

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bürgerbeauftragter fordert landesweit Anreizsystem für Engagierte. Bislang bietet nur die Stadt Rostock eine Ehrenamts-Card an

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2014 | 20:43 Uhr

Zehn Prozent Rabatt auf die Jahreskarte des Rostocker Zoos, 15 statt 35 Euro für die Zehnerkarte der Neptun-Schwimmhalle, verbilligte Hansa-Tickets, zum halben Preis in Konzerte der Hochschule für Musik und Theater: Diese und eine Reihe weiterer Vergünstigungen stehen Inhabern der Rostocker Ehrenamts-Card zu. Seit September 2011 würdigt die Hansestadt mit dieser Karte das besondere Engagement von Bewohnern, die in ihrer Freizeit Gutes für die Allgemeinheit tun.

Vergleichbare Anreizsysteme wünscht sich der Bürgerbeauftragte Mecklenburg-Vorpommerns, Matthias Crone, für das ganze Land. In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 420 000 von insgesamt 1,6 Millionen Einwohnern ehrenamtlich tätig. Nach einer Studie der Uni Rostock bekleiden 26,8 Prozent der Männer und 29,7 Prozent der Frauen ab 16 Jahre ein Ehrenamt. „Gerade in unserem Flächenland ist ehrenamtliches Engagement oft mit viel Aufwand verbunden“, weiß Crone. Die Entfernungen seien ein besonderes Hindernis. „Umso mehr brauchen wir praktische Hilfen und konkrete Anreize für den Einsatz im Ehrenamt“, so Crone. Deshalb sollten endlich in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Ehrenamtskarten eingeführt werden, die Vergünstigungen für stetiges Engagement bieten.

Interesse werde auch allerorten bekundet, so Crone, doch noch fehle es vielfach an konkreten Projekten. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wird immerhin schon auf Ausschussebene über die Einführung einer Ehrenamtskarte diskutiert, bestätigt Kreissprecherin Haidrun Pergande. Auch dort will man beispielsweise mit Vergünstigungen beim Erwerb von Eintrittskarten in die Museen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen des Landkreises oder ermäßigten ÖPNV-Tarifen die ausdrückliche Anerkennung und Wertschätzung des Landkreises für ehrenamtliches Engagement zum Ausdruck bringen. Doch gebe es auch noch eine Reihe von Bedenken, so Pergande, beispielsweise soll geprüft werden, ob Rabatte im Nahverkehr überhaupt zulässig seien. Am 17. Februar will der Kreistag sein endgültiges Votum abgeben.

Auch in Rostock gab es eine längere Vorlaufzeit, erinnert sich Ulrich Kunze. So habe man zuerst bei Unternehmen in kommunaler Hand um Unterstützung geworben. Inzwischen würden aber auch Privatunternehmen wie das 3-D-Kino in Warnemünde Rabatte für Ehrenamtler anbieten. „Rund 750 Ehrenamtskarten sind mittlerweile vergeben worden“, so Stadtsprecher Kunze. Ihre Inhaber gehören insgesamt 128 Vereinen an. Die meisten Ehrenamtskarten, 120, wurden an Mitglieder der fünf Freiwilligen Feuerwehren der Stadt ausgegeben, 88 Karteninhaber engagieren sich ehrenamtlich für die Volkssolidarität, 54 für die Rostocker Tafel. In erster Linie handele es sich bei der Karte um eine Geste der Würdigung, so Kunze. „Man wird mit der Ehrenamts-Card nicht reicher, aber jünger“, witzelt er, und schiebt die Erklärung gleich hinterher: „Die Karte berechtigt nämlich auch dazu, den Nahverkehr zum Kindertarif zu nutzen.“

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