Wolgast verliert seine Geburtshilfe – neue Hoffnung für Anklam

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03. November 2015, 17:23 Uhr

Drastische Einschnitte für die Krankenhauslandschaft im Osten des Landes: In Wolgast wird es künftig weder eine Kinderklinik noch die Bereiche Frauenheilkunde und Geburtshilfe geben. Sie sollen nach Anklam verlagert werden, wie Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) gestern bei der Vorstellung der Eckpunkte für die künftige medizinische Versorgung im Kreis Vorpommern-Greifswald erläuterte. Ziel seien eine verbesserte Auslastung und die Sicherung einer dauerhaften Versorgungsqualität.

In Anklam gibt es seit An-fang Oktober keine Kinderklinik mehr. Die Greifswalder Universitätsmedizin hatte die seit zehn Jahren von ihr betriebene Station wegen Auslastungs- und Personalproblemen geschlossen. Zuvor gab es bereits an Wochenenden Schließungen, weil Personal fehlte.

In Wolgast soll nach Hesses Plänen künftig die Intensivmedizin ausgebaut werden. Das Krankenhaus am Tor zur Insel Usedom erhält zudem eine geriatrische Tagesklinik. „Das Land hat bereits rund zehn Millionen Euro in das Krankenhaus Wolgast investiert. Wir stehen zu Wolgast“, betonte Hesse. Sowohl von Krankenkassen als auch von der Krankenhausgesellschaft hätte es für die Pläne viel Zuspruch gegeben.

Kritik kam indes von der Opposition. Frauen, die ein Kind erwarteten, müssten immer weitere Wege auf sich nehmen, rügte die sozialpolitische Sprecherin der Grünen, Silke Gajek. „Es ist nicht nur eine theoretische Frage, ob die Geburtshilfe im Rettungswagen ein Qualitätssprung sein soll.“ Die Ministerin hätte besser daran getan, eine Modellregion nach den Vorschlägen der Enquete-Kommission „Älter werden in MV“ einzurichten und auf Medizinische Versorgungs- oder Gesundheitszentren zu setzen, so Gajek.

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