Tierschutz : Wolf und Jagdrecht trennen

Wölfe – streng geschützt
Wölfe – streng geschützt

Sollen Wölfe unter das Jagdrecht fallen? Der Landesjagdverband sieht derzeit keine Notwendigkeit dafür. Die Art ist international streng geschützt

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19. August 2015, 21:00 Uhr

In der wiederentfachten Diskussion über die Rückkehr der Wölfe hat Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht abgelehnt. „Was bringt es den Jägern außer zusätzlicher Arbeit, wenn der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden würde, aber ganzjährig geschont werden müsste“, sagte Backhaus gestern zu einer Forderung der CDU-Fraktion im Landtag.

Der Wolf sei international streng geschützt. „Das heißt, nur auf internationaler Ebene kann sich der rechtliche Schutzstatus ändern“, stellte der Minister klar.  Bei einer Aufnahme ins Jagdrecht unterstünde der Wolf der Hege und Pflege der Jägerschaft, die auch finanziell für Maßnahmen zum Schutz des Wolfs, für Forschungsprojekte und Ausgleichszahlungen sorgen müsste. Die Geschäftsführerin des Landesjagdverbandes, Kati Ebel, sagte, die Jäger strebten nicht an, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. „Dafür sehen wir keine Notwendigkeit.“

Zu Wochenbeginn hatte die agrarpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Beate Schlupp, angeregt, das Tier dem Jagdrecht zu unterstellen und Bestandsobergrenzen für Wölfe im Land festzulegen. Sie sorgte sich bei einer steigenden Wolfszahl um die Weidehaltung.

Sollte es einmal einen „Problemwolf“ geben, würde dem Minister zufolge das Sicherheits- und Ordnungsgesetz greifen. Das wäre zum Beispiel bei einem Tier der Fall, das sich nicht arttypisch verhält, etwa keine Angst vor Menschen zeige.

Seit 2007 wurden im Nordosten durch Wölfe 47 Nutztiere verletzt und 154 getötet. Zur Begleichung der Schäden  stellte  das Land 35 500 Euro bereit, für Präventionsmaßnahmen waren es seit  2013 bereits rund 103 000 Euro. Derzeit leben in Mecklenburg-Vorpommern zwei Rudel und zwei Einzeltiere.

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